Ex-Werder-Star Arnautovic kämpfte sich aus Depression zurück
Top-Stürmer Marko Arnautovic spricht wenige Wochen vor der historischen WM-Teilnahme Österreichs über seine dunkle Phase in China. Durch strikte Corona-Auflagen und extrem schlechte Bedingungen rutschte der ÖFB-Stürmer in eine tiefe Depression. Der frühere Bundesligaspieler hat sich mit der österreichischen Nationalmannschaft nach 28 Jahren für die Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert.
Psychische Probleme durch Corona-Regelungen
Im Podcast bei ServusTV sprach der 37-Jährige nun über eine Phase seines Lebens, die von schweren psychischen Problemen geprägt war und jede Freude am Fußball verloren gehen ließ. Arnautović, der insgesamt drei Jahre für den SV Werder Bremen in der Bundesliga spielte, wechselte 2019 aus der Premier League von West Ham United zum chinesischen Fußball-Klub Shanghai SIPG.
„Ich bin dann in so eine Depression reingekommen“, offenbarte Arnautović in dem Podcast. Die strikten Regelungen aufgrund der Coronapandemie entwickelten sich bei dem österreichischen Rekordnationalspieler zu einer ernsthaften Belastung.
Quarantäne-Hölle ohne Fenster und Handtücher
Vor allem die strikte Hotel-Quarantäne nach einer Einreise waren für den Fußballprofi besonders belastend. „Ich hatte kein Fenster. Ich hatte keine Handtücher für zwei Wochen. Das Essen, was du bekommst, das ist gar nichts“, erinnerte sich Arnautović zurück, der dieses Szenario insgesamt dreimal erleben musste.
Auch die zahlreichen Untersuchungen bei der Einreise in China wurden zur täglichen Belastung. „Ich musste zehn Kontrollen machen, fünfmal Blut abnehmen, fünfmal Nase, Mund, diese Kontrollen mit diesen Stäbchen“, sagte er. Berichten zufolge hätte Arnautovic in China für eine dreijährige Vertragslaufzeit etwa 34 Millionen Euro verdienen sollen.
Die entscheidende Frage: Ist es das Geld wert?
„Irgendwann habe ich gesagt: Ist es das wert für das Geld und dass ich mein Leben so wegschmeiße und dass ich nicht mit meiner Familie sein kann?“, fragte sich der Rekordnationalspieler des ÖFB-Teams im Jahr 2021. Das Vertragsangebot vom italienischen Erstligisten FC Bologna kam 2021 zur rechten Zeit.
Dass er sich für eine Zusage entscheiden würde, war für den Stürmer schnell klar. In einem Telefonat mit seiner Frau sagte er anschließend: „Nein, ich kann nicht mehr. Ich kann nicht mehr. Ich bin depressiv. Ich habe keinen Spaß mehr.“
Überwindung ohne medizinische Behandlung
Mithilfe vieler Telefonate mit seiner Familie und seiner Frau konnte der Stürmer diese depressive Phase, auch ohne medizinische Behandlung, überstehen. Der gebürtige Wiener betonte: „Ich habe nie Tabletten genommen für irgendwelche Depressionen. Ich habe Angst vor Tabletten.“
Arnautović behielt in dieser dunklen Zeit die Zuversicht, dass es nur eine Phase sei und sich wieder ins Positive wandeln werde. „Ich habe mir vorgestellt, dass es jeden Tag regnet. Irgendwann kommt die Sonne. Irgendwann kommt dieses Licht und dann ist alles vorbei“, erklärte Arnautović seine damaligen Gedankengänge.
Neuanfang in Italien und WM-Perspektive
Die Zeit in Italien konnte der Stürmer erfolgreicher gestalten als in China. Mit Inter Mailand wurde er in der Saison 23/24 zum zweiten Mal italienischer Meister. Im Sommer 2025 wechselte der 37-Jährige zu seinem aktuellen Klub, dem FK Roter Stern Belgrad, und möchte bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko für das ÖFB-Team auflaufen.
Die Offenheit des Fußballprofis über seine psychischen Probleme zeigt, dass auch Spitzensportler vor solchen Herausforderungen nicht gefeit sind. Sein Weg zurück in den Sport und zur WM-Qualifikation ist eine beeindruckende Geschichte der Überwindung.



