Ralf Moeller: DFB-Stars brauchen keine Muskeln für WM-Erfolg
Ralf Moeller: DFB-Stars brauchen keine Muskeln

Ralf Moeller, Mr. Universum von 1986 und Co-Star im Monumentalfilm „Gladiator“ an der Seite von Russell Crowe, hat für BILD einen Muskel-Check der deutschen Nationalspieler durchgeführt. Der 67-Jährige äußerte sich zur aktuellen Diskussion, ob die DFB-Stars körperlich zu schwach für die Weltmeisterschaft seien. Hintergrund sind Berichte, dass die Mannschaft in den Spielen gegen die Elfenbeinküste und Ecuador in den Zweikämpfen unterlegen war und wie „Jungs gegen Männer“ wirkte. Bundestrainer Julian Nagelsmann riet daraufhin, den Ball schneller abzuspielen, um körperliche Duelle zu vermeiden.

Moeller: Muskeln nicht entscheidend

Moeller erklärte: „Es hilft natürlich im Zweikampf, wenn man gut durchtrainiert ist und ein gewisses Gewicht und Muskeln hat. Aber unsere Jungs müssen jetzt auch gar nicht unbedingt Mr. Universum sein.“ Auf die Frage, ob ein „Mucki-Wunder“ noch möglich sei, antwortete er: „Muskeln kann man nicht innerhalb von 24 Stunden aufbauen. Für die nächste WM bekommen sie ein paar schöne Tipps von mir. Für dieses Turnier ist es aber zu spät.“

Stabile Spieler im Kader

Trotz der Kritik sieht Moeller durchaus Spieler, die physisch mithalten können: „Wir haben ja ein paar Spieler, wie Jonathan Tah und Antonio Rüdiger, die über 1,90 Meter groß sind. Auch Deniz Undav gefällt mir, der ist schön stämmig. Also da gibt es schon ein paar Stabile.“ In allen deutschen Gruppenspielen kassierte die Mannschaft mindestens ein Gegentor. Gegen physisch starke Gegner wie die Elfenbeinküste und Ecuador konnte sich das Mittelfeld und die Offensive nicht durchsetzen. Besonders die Hoffnungsträger Florian Wirtz und Jamal Musiala kamen nicht an ihren Gegnern vorbei; Musiala blieb nach Zweikämpfen oft reklamierend am Boden liegen.

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Moeller: Technik und Schnelligkeit statt Muskelberge

Der gebürtige Deutsche, der in Kalifornien lebt, lässt körperliche Unterlegenheit nicht als Ausrede gelten. Er verwies auf Lionel Messi: „Messi ist einer der größten Spieler, die es je gab. Er ist 1,70 Meter groß und rund 70 Kilo schwer, er ist also alles andere als ein Kühlschrank und physisch im Zweikampf weit unterlegen. Dennoch setzt er sich als Kleinerer durch seine Flinkheit und Spielwitz durch. Man muss nicht immer unbedingt die riesigsten Muskeln haben. Unsere anderen Spieler, die etwas leichter und flinker sind, müssen das eben mit Technik und Schnelligkeit machen.“

Viertelfinale im Visier

Moeller, der sich ein WM-Viertelfinale am 10. Juli im SoFi Stadium anschauen wird, traut der deutschen Nationalmannschaft den Sprung unter die letzten acht Mannschaften zu. Er sagte: „Wir haben die Stärke: Das ist die gewisse Energie. Die Jungs können wirklich weit kommen, selbst wenn es im Achtelfinale zu dem Duell gegen Frankreich kommen sollte. Auch Mbappé und Co. sind besiegbar. Dafür muss aber der unbedingte Wille da sein. Denn: Unter Druck sind unsere Jungs immer gut.“ Nach der 1:2-Pleite gegen Ecuador herrscht nun genug Druck – vielleicht gelingt der Erfolg auch ohne die Mega-Muskeln.

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