Warnowbrücke: 541-Meter-Projekt birgt Risiken durch Schadstoffe im Boden
Warnowbrücke: Schadstoffbelastung im Boden birgt Risiken

Rostock steht vor einem Großprojekt: Ab September wird die 541 Meter lange Warnowbrücke gebaut, die Gehlsdorf mit dem Stadthafen verbindet. Doch die Bauarbeiten bringen Herausforderungen mit sich, denn die Böden rund um die Warnow sind mit Schadstoffen belastet.

Bodenuntersuchungen vor Baubeginn

Die Ausschreibung für den Bau läuft noch bis zum 31. Juli. Die detaillierte Baubeschreibung umfasst 189 Seiten. Dabei wird auf die besonderen Bedingungen am Gehlsdorfer Ufer hingewiesen: Oberflächennahe Bodenschichten sind aufgrund bekannter Schadstoffbelastungen als wassergefährdend eingestuft. Eine Zwischenlagerung kontaminierter Böden im Überschwemmungsbereich der Warnow ist daher untersagt.

Die Stadt plant, den Boden vor Ort mittels eines in-situ-Verfahrens zu untersuchen. Auf Basis der Analysen werden die Bodenschichten deklariert und geeignete Entsorgungswege festgelegt. In der Baubeschreibung heißt es, dass im obersten Bodenmeter der Baugrube mit Schadstoffbelastungen zu rechnen ist, die eine Einstufung als gefährlicher Abfall begründen können, insbesondere wenn Quecksilber im Eluat bestimmte Grenzwerte überschreitet.

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Ursachen der Belastung

Nach Angaben der Stadt sind keine registrierten Altverdachtsflächen in Gehlsdorf bekannt. Allerdings sei das Gelände historisch aufgeschüttet worden, mit einer geschätzten Mächtigkeit von zwei bis drei Metern. Zudem wird vermutet, dass ansässige Wassersportvereine seit Jahrzehnten Löse- und Abbeizmittel, Farben, Lacke und Antifouling-Mittel zur Instandhaltung von Sportbooten eingesetzt haben.

Erste Bodenuntersuchungen haben bereits Mineralölkohlenwasserstoffe (MKW), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Schwermetalle sowie zinnorganische Verbindungen nachgewiesen. Diese Belastungen sind wesentlich auf die Auffüllungen zurückzuführen.

Gefährdungseinschätzung

Trotz der Belastungen sieht die Stadt derzeit keine Gefährdung für Mensch, Boden, Grund- und Oberflächenwasser sowie Pflanzen. Es wurden differenzierte Risikobewertungen für die einzelnen Teilbereiche durchgeführt und entsprechende Maßnahmenempfehlungen abgeleitet. Vertiefende Schadstoffuntersuchungen sind im Einzelfall vorgesehen.

Ziel ist es, schädliche Bodenveränderungen und nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt zu vermeiden. Auch das Trinkwasser ist nicht gefährdet, da das Wasserwerk in der Blücherstraße Rohwasser aus der Oberwarnow entnimmt, die hydraulisch nicht von dem betroffenen Gewässerabschnitt beeinflusst wird.

Der Baustart für die Brücke ist für September geplant, die Fertigstellung bis Sommer 2030. Die Baukosten belaufen sich auf rund 63 Millionen Euro, wovon 36 Millionen Euro aus Fördermitteln stammen.

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