Die Bundesregierung hat einen umfassenden Aktionsplan vorgelegt, um die maritime Wirtschaft in Deutschland zu stärken. Das 15 Punkte umfassende Papier wurde zum Auftakt der 14. Nationalen Maritimen Konferenz in Emden präsentiert. Deutschland sei als Handelsnation auf sichere Seewege, leistungsfähige Häfen und Werften angewiesen, heißt es darin.
Wettbewerbsfähigkeit gegen asiatische Konkurrenz
Ein zentraler Punkt des Aktionsplans ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Schiffbauer gegenüber großen Unternehmen aus Asien. Diese hätten sich zuletzt oft mit staatlicher Unterstützung immer mehr Marktanteile gesichert. „Europa muss sich dem als starker und geeinter Wirtschaftsraum entgegenstellen“, betont das Papier. Wertschöpfungsketten in Deutschland und Europa müssten erhalten bleiben. Allein in Deutschland sind einer Studie zufolge rund 400.000 Beschäftigte mit der maritimen Wirtschaft verbunden.
Sicherheits- und energiepolitische Maßnahmen
Neben wirtschaftlichen Aspekten behandelt der Aktionsplan auch sicherheits- und energiepolitische Themen. So müssen Windkraftanlagen auf See und die maritime Infrastruktur gegen feindliche Attacken geschützt werden. Die deutschen Häfen seien auch im Verteidigungsfall entscheidende Teile der Infrastruktur und müssten entsprechend ertüchtigt werden. Die maritime Branche, also Schiffbau, Reedereien, Betriebe für Meeres- und Offshore-Technik und Hafenbetreiber, erwartet von der Konferenz wichtige Impulse für die Weiterentwicklung – auch vor dem Hintergrund einer verschärften Sicherheitslage in Nord- und Ostsee.
Strategische Bedeutung des Behördenschiffbaus
Besonders erwähnt wird der Bau von Schiffen für Behörden und Forschungseinrichtungen. Diese spielten bereits eine wichtige Rolle im deutschen Schiffbau. Dieser Sektor müsse mit staatlichen Bauaufträgen gestützt werden, damit Know-how in Deutschland erhalten bleibe. Auch dieser Bereich sei sicherheitsstrategisch relevant, hieß es.
Nationale Maritime Konferenz als Branchentreff
Die Nationale Maritime Konferenz (NMK) ist das Spitzentreffen der Branche unter Leitung der Bundesregierung. Rund 800 Gäste von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften, Behörden und der Politik nehmen daran teil – darunter Bundesminister, Ministerpräsidenten und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Die Konferenz soll wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Wirtschaftszweigs und der deutschen Seehäfen liefern.



