Gotha – Ein neues Treppenhaus mitsamt Aufzug erleichtert künftig den Besuchern die Wege im Schloss Friedenstein. Die Anlage verbindet alle Geschosse des Westflügels und des Westturms der ehemaligen Herzogsresidenz, wie die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mitteilte. Die Treppenanlage gilt als wichtiger Bestandteil der umfassenden Gesamtsanierung des historischen Bauwerks.
Barrierefreier Zugang zu naturkundlichen Sammlungen
Dank des Aufzugs können Besucher nun weitgehend barrierefrei dem Museumsrundgang folgen. Erstmals wird so der Zugang zu den naturkundlichen Ausstellungen der Friedenstein Stiftung Gotha ermöglicht. Im Übergang zum Westturm werden unter anderem Modelle und Präparate von Tieren und Pflanzen sowie Fossilien aus der bio- und geowissenschaftlichen Sammlung präsentiert. Die Ausstellung über die Fossilienfundstätte Bromackers, die die Zeit der Ur-Saurier erlebbar macht, ist in das zweite Obergeschoss des Westturms umgezogen. Im Treppenhaus selbst ist nun eine Ausstellung mit Fotografien des ebenfalls im Schloss beheimateten Ekhof-Theaters zu sehen.
„Ein Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben“
Stiftungsdirektorin Doris Fischer bezeichnete die Fertigstellung als „Meilenstein, auf den wir lange hingearbeitet haben“. Mit der bereits abgeschlossenen Dachsanierung am Westflügel und dem neuen Treppenhaus sei ein wesentlicher Schritt geschafft. Kulturminister Christian Tischner (CDU) betonte: „Wir bewahren das Kulturdenkmal, ermöglichen aber durch sanfte Modernisierung seine Nutzung für heutige Besucher und ihre Ansprüche.“ Die Stiftung bereitet bereits die nächsten Arbeiten vor: Für 2027 ist der Start der Sanierung der künftigen Museumsräume im Westflügel und des Bibliotheksbereichs im Ostturm „im großen Stil“ geplant.
110 Millionen Euro für die historisch bedeutende Anlage
Das barocke Schloss Friedenstein wird seit vielen Jahren abschnittsweise bei laufendem Betrieb saniert. Insgesamt stehen der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten von Bund und Land 110 Millionen Euro zur Verfügung. Schloss Friedenstein gilt als eine der größten erhaltenen Schlossanlagen des Frühbarocks. Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha-Altenburg ließ die Anlage erbauen; der Grundstein wurde 1643 gelegt. Umgeben ist das Schloss von einer Park- und Gartenanlage. Es beherbergt unter anderem prunkvolle historische Räume, Objekte aus der umfangreichen Sammlungstradition der früheren Herrscher sowie das barocke Ekhof-Theater.



