Thyssenkrupps Rüstungstochter TKMS hat von Kanada einem Zeitungsbericht zufolge den Zuschlag für den Bau von zwölf U-Booten erhalten. TKMS habe sich in dem Bieterverfahren durchgesetzt, berichtete die kanadische Zeitung „The Globe and Mail“ am Montag. Der Kurs der TKMS-Aktie legte zeitweise elf Prozent zu.
Auftrag im Wert von mehreren Milliarden Euro
Kanada will zwölf moderne U-Boote anschaffen, um seine bestehende Flotte aus vier Booten der Victoria-Klasse zu ersetzen. Von den Bewerbern um den milliardenschweren Auftrag waren zuletzt nur noch TKMS und der südkoreanische Konzern Hanwha im Rennen. Das deutsche Unternehmen bietet das gemeinsam mit Norwegen entwickelte U-Boot 212 CD an, das auch von der deutschen und der norwegischen Marine angeschafft wird.
Reaktionen aus Politik und Wirtschaft
TKMS wollte sich nicht äußern und verwies auf ein geplantes Statement von Kanadas Premier Mark Carney. Der Regierungschef wollte sich am späten Nachmittag (Ortszeit) vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel nach Ankara zu neuen Maßnahmen äußern, „die Kanada sicherer, widerstandsfähiger und wohlhabender machen“. Die Bundesregierung hatte bereits vorab geäußert, dass sie sich viel von einem Deal erhoffe. „Wenn es gelingt, dann wird das Kanada für Jahrzehnte an uns binden“, hieß es aus deutschen Regierungskreisen. „Das wäre ein sehr guter Startpunkt für eine strategische Zusammenarbeit.“ Und es wäre „ein sehr gutes Signal“, wenn eine solche Entscheidung „im Kontext“ des Nato-Gipfels kommuniziert würde, der am Dienstag und Mittwoch in der türkischen Hauptstadt stattfindet.



