Europa plant Notfall-Nato ohne USA: Deutschland treibt Verteidigungsplan voran
Europa plant Notfall-Nato ohne USA: Deutschland treibt Plan

Europa plant Notfall-Nato ohne die USA: Deutschland als treibende Kraft

Was geschieht, wenn die Vereinigten Staaten die Nato im Stich lassen? Dieser Frage gehen europäische Staaten nun mit konkreten Plänen nach. Laut einem Bericht des Wall Street Journal arbeiten mehrere Länder an einer Art „europäischen Nato“ für den Ernstfall eines US-Rückzugs. Dieser Notfallplan soll das bestehende Bündnis nicht ersetzen, sondern absichern – falls Washington Truppen abzieht oder den Beistand verweigert.

Deutschland ändert Kurs in der Verteidigungspolitik

Die Bundesregierung gilt als entscheidender Treiber dieser Initiative. Deutschland habe sich lange auf die USA als zentrale Schutzmacht verlassen und Initiativen für mehr Eigenständigkeit in der Verteidigung eher gebremst. Doch gegen Ende des Jahres 2025 soll Bundeskanzler Friedrich Merz seine Meinung geändert haben. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass US-Präsident Donald Trump die Ukraine möglicherweise nicht weiter unterstützen wird. Öffentlich stellte Merz die transatlantische Allianz jedoch nicht infrage.

In der Bundesregierung setzte sich seither diese Linie durch: Europa muss innerhalb der Nato mehr Verantwortung übernehmen – möglichst mit den USA, im Zweifel aber auch ohne sie. Verteidigungsminister Boris Pistorius brachte es Ende des vergangenen Jahres auf den Punkt: Die Nato müsse „europäischer werden, um transatlantisch zu bleiben“.

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Europäische Staaten schließen sich dem Plan an

Der deutsche Kurswechsel hatte europaweite Auswirkungen. Laut dem Wall Street Journal ziehen inzwischen auch Großbritannien, Frankreich, Polen, die nordischen Staaten und sogar Kanada mit. Im Fokus stehen dabei konkrete militärische Fragen:

  • Wer organisiert die Luftabwehr?
  • Wer koordiniert Truppenbewegungen Richtung Baltikum?
  • Wer übernimmt die Kommandostrukturen, wenn US-Offiziere ausfallen?

Herausforderungen und die Rolle Frankreichs

Die Herausforderungen sind groß. Die Nato ist in zentralen Bereichen stark von den USA abhängig – von der Aufklärung über Logistik bis zur militärischen Führung. Zwar übernehmen europäische Staaten immer mehr Aufgaben, doch besonders bei Satelliten, Raketenwarnsystemen und nuklearer Abschreckung bleibt die Abhängigkeit erheblich. Deshalb rückt laut Bericht auch eine alte, heikle Frage wieder in den Vordergrund: Sollte Frankreich andere Länder mit unter seinen Atomschutzschirm nehmen?

Diese Diskussion unterstreicht die Dringlichkeit der Notfallplanung. Die europäischen Staaten bereiten sich auf ein Szenario vor, in dem die USA ihre Verpflichtungen reduzieren könnten, und suchen nach Wegen, die Sicherheit des Kontinents eigenständig zu gewährleisten.

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