Syrer kehren in die Heimat zurück – nur nicht aus Deutschland
Syrer kehren heim – nur nicht aus Deutschland

Berlin – Syrer in Deutschland nutzen den Flüchtlingsschutz, um dauerhaft zu bleiben. Dafür wurde er nicht erfunden, meint Gunnar Schupelius in seiner Kolumne.

Rückkehrwelle ohne deutsche Beteiligung

Vor 17 Monaten wurde das Regime in Syrien gestürzt, der Bürgerkrieg war zu Ende. Seitdem sind 1,6 Millionen Syrer in ihre Heimat zurückgekehrt, wie die UNO jetzt gemeldet hat. Die meisten syrischen Rückkehrer kamen aus der Türkei, dem Libanon und Jordanien. In Deutschland leben etwa 900.000 Syrer. Von ihnen siedelten im vergangenen Jahr nur 3678 zurück nach Syrien.

Einbürgerung statt Rückkehr

Die Syrer in Deutschland wählen eher den umgekehrten Weg: Sie wollen bleiben und lassen sich einbürgern. Rund 250.000 Menschen aus Syrien, die nach 2015 als Flüchtlinge nach Deutschland kamen, haben bereits den deutschen Pass bekommen. Die Einbürgerungszahlen steigen Jahr für Jahr rasant an.

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Wenn so viele Syrer zurückkehren, liegt die Vermutung nahe, dass sie zu Hause nicht mehr um Leib und Leben fürchten müssen und versuchen, ihr altes Leben fortzusetzen. Warum aber kehren die Syrer aus Deutschland nicht heim? Auch dafür liegt die Antwort auf der Hand: Weil die Bedingungen hier unübertroffen gut sind.

Anreize zum Bleiben

Während die Syrer in der Türkei in Zelten leben, bekommen sie hier Apartments in den Mobilen Unterkünften für Flüchtlinge (MUF) oder sogar eine eigene Wohnung, dazu Bürgergeld, eine Krankenversicherung und nach einigen Jahren den deutschen Pass. Wer wollte das ablehnen? Damit aber ist der Sinn des Flüchtlingsschutzes auf den Kopf gestellt: Menschen sollen geschützt werden, solange sie in größter Not sind. Stattdessen wird der Asylweg beschritten, um den Daueraufenthalt und sogar die Einbürgerung zu erzwingen. Das ist nicht im Sinne des Erfinders und nichts anderes als ein Missbrauch.

Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de

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