Fusion-Festival: Hitzewelle mit 39 Grad – Wasser günstiger, Waschstraße, Elektrolyt-Tests
Fusion-Festival: Hitzewelle mit 39 Grad – Wasser günstiger, Waschstraße

Das Fusion-Festival an der Mecklenburgischen Seenplatte steht in diesem Jahr unter extremen Hitzebedingungen. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für das Wochenende Temperaturen zwischen 36 und 39 Grad. Der langjährige ärztliche Leiter des Festivals, Gernot Rücker, Oberarzt an der Unimedizin Rostock, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Ich habe das in den letzten 20 Jahren selten erlebt. Und ich habe es tatsächlich auch selten erlebt, dass wir so eine Trockenheitsperiode hatten.“

Umfangreiche Hitzeschutzmaßnahmen der Veranstalter

Die Veranstalter vom Verein Kulturkultus Müritz haben umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um die Gesundheit der rund 65.000 erwarteten Besucher zu schützen. An den zahlreichen Wasserhähnen auf dem Gelände ist Trinkwasser wie immer kostenlos erhältlich. Zusätzlich wurde der Preis für Wasser an den Bars aufgrund der Wetterlage von drei auf zwei Euro gesenkt. Die Wasserstellen sind zudem in der Festival-App markiert.

Mehrere große Tanzflächen wurden mit Wasserzerstäubern zur Abkühlung der Tanzenden ausgestattet. In der Mittagszeit pausieren die großen Bühnen für mehrere Stunden. Eine Badestelle sowie ein nahegelegener kleiner Fluss bieten den Festivalgästen die Möglichkeit zur Erfrischung.

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Kreative Abkühlung: Menschliche Waschstraße und Duschen

Das Künstlerkollektiv Krachgarten hat zwischen den Bühnen eine interaktive menschliche Waschstraße aufgebaut. In Schwamm- und Lappenkostümen seift und schrubbt die Crew tanzende Festivalgäste ein – als Alternative zu den Duschen. Diese sind sowohl im Camping- als auch im Bühnenbereich in großer Zahl vorhanden. Besonders die kalten Außenduschen werden voraussichtlich stark frequentiert.

Medizinische Versorgung und Drogenanalyse

Das medizinische Team unter der Leitung von Gernot Rücker hat seine Zelte mitten auf dem Festivalgelände aufgeschlagen. Knapp 450 Hilfskräfte – darunter Medizinstudierende, Pflegekräfte und Suchtberater – sind im Einsatz. Wie in den Vorjahren können Besucher Drogen sicherheitshalber analysieren lassen. Erstmals wird auch die Messung des Elektrolythaushalts per Bluttest angeboten, da durch Schwitzen und Alkoholkonsum wichtige Mineralstoffe verloren gehen.

Laut Rücker kamen zwischen Mittwoch und Donnerstagabend rund 500 Menschen zur mentalen oder medizinischen Betreuung – etwas mehr als üblich. „Wir rechnen damit, dass es 2000 werden“, sagte er.

Sorgen der Besucher und Social-Media-Warnungen

Trotz der Vorbereitungen haben einige Besucher Bedenken; manche haben sich sogar gegen einen Besuch entschieden. Eine Frau, die anonym bleiben möchte, äußerte im Zug von Berlin nach Neustrelitz: „Dass es so heiß wird, ist schon krass. Wir müssen darauf achten, viel zu trinken und eher im Schatten zu tanzen. Wir werden auch sicher mal an die Badestelle gehen und uns abkühlen.“

Auf Social Media kursieren Videos mit Hitzewarnungen und Tipps. Eine Nutzerin empfiehlt, weniger auf Style, sondern auf Sonnenschutz zu achten und die Haut vor UV-Strahlung zu schützen. Die Nutzer appellieren an gegenseitige Unterstützung und Rücksichtnahme.

Expertenhinweise zu Alkohol und Drogen

Felix Betzler, Psychiater und Drogenexperte der Charité, warnt: „Unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Drogen steigt die Gefahr für Dehydration bis hin zu Hitzeschlägen, weil Konsumierende das Gefühl für die Zeit verlieren oder die Risiken ihnen egaler werden.“ Er rät, viel Wasser zu trinken, auf Sonnenschutz zu achten und sich regelmäßig auszuruhen.

Kurzzeitige Unterbrechung wegen Bränden

Am Donnerstagabend wurde das Festival wegen Bränden außerhalb des Geländes zeitweise unterbrochen. Nach zwei Stunden gaben die Veranstalter Entwarnung und setzten das Programm fort. Das Fusion-Festival verbindet Techno, Rock, Pop und andere Musikstile mit Theater, Kunst, Workshops und politischer Bildung und läuft planmäßig noch bis Sonntag.

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