Bürgermeisterwahl in Ueckermünde: Spannung vor der Stichwahl
Die erste Runde der Bürgermeisterwahl in Ueckermünde ist entschieden. Karsten Berndt (parteilos) und Tino Spiegelberg (parteilos) haben sich mit 33,8 Prozent beziehungsweise 20,9 Prozent der Stimmen für die Stichwahl am 26. April qualifiziert. Der Sieger dieser entscheidenden Wahl wird Nachfolger von Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos), der im Juli in den wohlverdienten Ruhestand tritt.
Feierstimmung bei den Wahlsiegern
Am Sonntagabend herrschte bei beiden Kandidaten ausgelassene Stimmung. Karsten Berndt feierte ausgiebig mit Unterstützern und Freunden in seinem Bürgerbüro am Ueckermünder Markt. Unter den Gästen befanden sich Vertreter des Bürgerbunds, der AfD-Fraktion und der Stadtfraktion von Bürger für Vorpommern-Greifswald, der auch Berndt angehört. Ein besonderer Gast war der befreundete Liedermacher Felix Meyer aus Berlin, der extra angereist war, um Berndt persönlich zu gratulieren.
Tino Spiegelberg, von Beruf selbstständiger Fliesenleger, verbrachte den Abend ebenfalls im Kreise von Freunden, Bekannten und potenziellen Wählern. „Wir haben es genossen“, erzählte er später. Besonders überrascht zeigte er sich von seinem Ergebnis: „Es ist aber schon ein schönes Gefühl, zu wissen, dass so viele Ueckermünder hinter mir stehen.“ Interessanterweise war Spiegelberg in seinem Wahllokal in der Gaststätte Schiffslaterne mit 35,1 Prozent sogar der klare Sieger, während Berndt dort auf 34,0 Prozent kam.
Reaktionen der ausgeschiedenen Kandidaten
Von den fünf nicht erfolgreichen Bewerbern äußerten sich die meisten zurückhaltend oder gar nicht. René Hafenstein (parteilos) landete mit nur 139 Stimmen Abstand auf Spiegelberg auf dem dritten Platz und erreichte insgesamt 17,2 Prozent. „Ich bin nicht unzufrieden“, kommentierte er das Ergebnis nüchtern. Im Rathaus, im Bauhof und in der Zooschule brachte er es sogar auf respektable 25,7 Prozent und damit Platz zwei. „Aber die Bürger haben gewählt“, fügte er pragmatisch hinzu.
Der AfD-Kandidat Hartmut Baranowski, der mit 10,6 Prozent der Stimmen auf Platz vier landete, war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Meik von Deetzen (parteilos) belegte mit 8,9 Prozent den fünften Platz und sagte lediglich: „Die Bürger haben entschieden.“ Als Stadtvertreter will er sich weiterhin engagieren und erwartet eine spannende Stichwahl.
Martin Kühnl-Mossner (parteilos) gratulierte den beiden Siegern zu ihrem Erfolg. Mit 6,9 Prozent zeigte er sich nicht enttäuscht und hofft, dass die Wahlkampfdebatte nun wieder auf Sachthemen zurückkommt. „Für mich war es wichtig, einige Themen für die Stadtpolitik in die Öffentlichkeit zu holen“, betonte er.
Erste und bisher einzige Wahlempfehlung
Besonders bemerkenswert ist die Reaktion von Jeremy Brehme (Bündnis Deutschland). Der 25-jährige Bewerber von der Insel Usedom erreichte nur 1,6 Prozent der Stimmen, dankte aber allen Wählern für ihr Vertrauen. In seiner Analyse nannte er den mangelnden Bekanntheitsgrad in der Region und das Thema Erfahrung als entscheidende Hürden.
Dennoch sprach Brehme als einziger der ausgeschiedenen Kandidaten eine klare Wahlempfehlung aus. „Für die anstehende Entscheidung ist es mir wichtig, Stabilität und fachliche Kompetenz zu unterstützen“, begründete er seine Position. Nach sorgfältiger Prüfung der Konzepte und Profile empfiehlt er seinen Wählern, Karsten Berndt zu wählen. „Ich bin überzeugt, dass er die notwendige Erfahrung und die richtigen Ansätze mitbringt, um Ueckermünde erfolgreich in die Zukunft zu führen“, so Brehme.
Weitere Entscheidungen stehen noch aus
Meik von Deetzen kündigte an, in den nächsten Tagen eine Aussage darüber zu treffen, welchen Kandidaten er seinen Wählern empfehlen wird. Martin Kühnl-Mossner denkt ebenfalls über eine Empfehlung nach, will aber zuvor mit beiden Stichwahl-Kandidaten sprechen, um sich ein genaueres Bild von ihren Positionen zu machen.
René Hafenstein wird dagegen bewusst keine Wahlempfehlung aussprechen. Seiner Meinung nach sind die Ueckermünder mündige Bürger, die selbst die richtige Entscheidung treffen können und werden. Hartmut Baranowski blieb auch zu dieser Frage weiterhin unerreichbar.
Die Stichwahl am 26. April verspricht somit nicht nur ein spannendes Duell zwischen Berndt und Spiegelberg, sondern wird auch zeigen, welchen Einfluss die Empfehlungen der ausgeschiedenen Kandidaten auf das endgültige Wahlergebnis haben werden.



