Köln macht Kehrtwende: Spielplätze bleiben Spielplätze
Köln: Spielplätze bleiben Spielplätze

Die Stadt Köln hat ihre umstrittenen Pläne zur Umbenennung von Spielplätzen aufgegeben. Statt der geplanten Bezeichnung „Spiel- und Aktionsfläche“ heißen die Anlagen auch künftig schlicht „Spielplatz“. Das teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit und beendet damit eine monatelange Debatte, die bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Vom Verwaltungsakt zum Spott

Auslöser war ein neues Design für die Schilder an den mehr als 700 Spielplätzen der Stadt. Die Verwaltung hatte im Sommer 2025 einen Entwurf vorgelegt, der auf das Wort „Spielplatz“ verzichtete. Zur Begründung hieß es, der Begriff sei zu „eingrenzend“ und werde dem „erweiterten Inklusionsgedanken“ nicht gerecht. Jugendliche sollten sich ebenfalls angesprochen fühlen. Die geplante Aufschrift „Spiel- und Aktionsfläche“ löste jedoch breite Kritik aus.

Komiker Guido Cantz spottete, Köln werde zur „Hauptstadt der Bekloppten“. Auch die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) distanzierte sich von dem Vorhaben und bezeichnete „Spielplatz“ als klar und verständlich. Die Debatte eskalierte, bis Reker das Projekt ausbremste.

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Kompromiss mit modernem Design

Nun liegt ein Kompromiss vor. Der neue Schilder-Entwurf greift das gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelte moderne Design auf, trägt aber wieder die traditionelle Aufschrift „Spielplatz“. Der Beigeordnete für Bildung, Jugend und Sport, Robert Voigtsberger, betonte: „An der Bezeichnung Spielplatz wird weiterhin festgehalten.“

Die neuen Schilder sollen nach und nach bei Neuanlagen oder beim Austausch alter, beschädigter oder verschmutzter Schilder zum Einsatz kommen. Die Stadtverwaltung erklärte, die Frage sei damit endgültig geklärt.

Hintergrund der Debatte

Der Kölner Jugendhilfeausschuss hatte die Verwaltung vor zwei Jahren beauftragt, gemeinsam mit jungen Menschen ein neues Schild zu entwickeln. Hintergrund war die Sorge, dass die alten Schilder Jugendliche von der Nutzung der Plätze abhielten. Der nun gefundene Kompromiss soll sowohl Kindern als auch Jugendlichen gerecht werden, ohne den etablierten Begriff aufzugeben.

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