Halle: Friedhofsgebühren steigen um bis zu 30 Prozent - Stadt plant erste Erhöhung seit sieben Jahren
Halle: Friedhofsgebühren steigen um bis zu 30 Prozent

Halle: Friedhofsgebühren steigen um bis zu 30 Prozent

Die Stadt Halle (Saale) plant die erste Erhöhung der Friedhofsgebühren seit sieben Jahren. Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen die Kosten für Bestattungen und Grabstellen auf den kommunalen Friedhöfen um bis zu 30 Prozent steigen. Der Stadtrat muss der geplanten Gebührenanpassung Ende April noch zustimmen.

Moderater Anstieg bei Gräbern, deutliche Erhöhung bei Räumlichkeiten

Während die Kosten für Erdreihengräber nur um 1,4 Prozent auf 797 Euro und für Urnenreihengräber um knapp sechs Prozent auf 805 Euro steigen sollen, sieht die Planung bei Abschiedsräumen und Feierhallen deutlich höhere Aufschläge vor. Hier sind Erhöhungen von bis zu 30 Prozent geplant. Die Feierhalle auf dem Südfriedhof würde beispielsweise von 180 auf 234 Euro teurer werden.

Ausgenommen von der städtischen Gebührenerhöhung sind die Räumlichkeiten auf dem Gertraudenfriedhof, wo das Flamarium als Pächter eigene Preise festlegt. Der denkmalgeschützte Gertraudenfriedhof an der Dessauer Straße mit seiner eindrucksvollen Kuppel der großen Feierhalle, gestaltet von Karl Völkers, bleibt von der städtischen Preisanpassung unberührt.

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Gestiegene Kosten als Hauptgrund

Friedhofsverwalterin Heike Bunge nennt als Hauptgründe für die notwendige Gebührenanpassung deutlich gestiegene Personal- und Betriebskosten. „Die Anpassung der Gebühren ist überfällig“, erklärt Bunge. Eigentlich sollten die Friedhofsgebühren alle zwei bis drei Jahre neu berechnet werden, doch während der Corona-Pandemie hatte die Stadt zunächst abgewartet.

Zusätzlich zu den gestiegenen Personalkosten mussten in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in die Infrastruktur getätigt werden. Die Feierhallen erhielten neue Teppiche, frischen Wandanstrich und moderne Stühle. Die Stadt ersetzte traditionelle Kerzen durch energiesparende LED-Flackerlichter. Auf den denkmalgeschützten Friedhöfen kommen zudem regelmäßig Kosten für die Denkmalpflege hinzu.

Frühzeitige Vorsorge empfohlen

Friedhofsverwalterin Bunge rät allen Bürgern, sich frühzeitig mit dem Thema Bestattung auseinanderzusetzen. „Ich empfehle allen Menschen, sich frühzeitig mit der eigenen Bestattung auseinanderzusetzen“, sagt sie. So könnten sich Bürger bereits im Vorfeld über die gewünschte Bestattungsform, den konkreten Platz auf dem Friedhof und die entstehenden Kosten informieren.

Besonders wichtig sei auch eine notarielle Vorsorgevollmacht, die regelt, wer nach dem Tod alle persönlichen Angelegenheiten übernehmen kann. „Es kommt regelmäßig vor, dass die Nachkommen zerstritten sind oder es keine Angehörigen mehr gibt“, erklärt Bunge die Bedeutung dieser Vorsorgemaßnahme.

Wandel der Bestattungskultur

Die Bestattungskultur hat sich in Halle wie in ganz Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Immer mehr Menschen entscheiden sich heute für alternative Bestattungsformen wie Rasengrabstellen. Bei dieser Form wird eine Platte mit den Namen der Verstorbenen in eine Wiese eingelassen, wo Angehörige Blumen ablegen können. Die Pflege der Fläche übernimmt dabei die Friedhofsverwaltung.

Die Friedhöfe können sich nicht allein über Gebühren finanzieren. Rund 27 Prozent der Kosten werden aus dem städtischen Haushalt getragen. „Wir wollen keinen Gewinn machen, sondern dass die Leute selig nach Hause gehen“, betont Friedhofsverwalterin Bunge das Ziel der Gebührenpolitik.

Die letzte Gebührenerhöhung hatte der Stadtrat im Jahr 2019 beschlossen. Seitdem sind die Kosten für Personal, Energie und Instandhaltung kontinuierlich gestiegen, was nun die aktuelle Anpassung notwendig macht. Die Verwaltung spricht trotz der teilweise deutlichen Erhöhungen von einem „moderaten“ Anstieg der Gebühren, der der gestiegenen Kostenlage Rechnung trägt.

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