Bütow vor dem Aus: Letzte Sitzung entscheidet über Zukunft
Bütow vor dem Aus: Letzte Sitzung entscheidet

Die Gemeinde Bütow in der Müritzregion steht vor einer ungewissen Zukunft. Da sich niemand für das Amt des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin findet, droht die Auflösung der Kommune. Der bisherige Amtsinhaber Manfred Semrau war zu Beginn des Jahres aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Seitdem führt der Gemeindevertreter Dirk Neumann (parteilos) die Geschäfte kommissarisch. Doch Neumann hat bereits klargestellt, dass er diese Aufgabe nicht dauerhaft übernehmen werde.

Keine Kandidaten für die Bürgermeisterwahl

Die letzte Bürgermeisterwahl fiel aus, weil es keine externen Bewerbungen gab. „Deswegen gibt es keine Wahl“, erklärte Neumann. Die Gemeindevertretung, in der zwei Rentner, ein Landwirt und zwei Unternehmer sitzen, stellt ebenfalls keinen Kandidaten. Neumann selbst würde das Amt zwar gerne übernehmen, aber ihm fehle die Zeit aufgrund seiner eigenen Firma mit vielen Mitarbeitern. „Wenn wir aufgelöst werden, wäre das fatal für unsere Gemeinde und das Gemeinschaftsgefühl“, so Neumann.

Sondersitzung als letzte Hoffnung

Bereits Mitte April gab es einen Termin mit den Kommunalpolitikern, der jedoch ergebnislos blieb. Nun bleibt nur noch die Sitzung der Gemeindevertretung im Juli als letzte Möglichkeit. Findet sich dort kein Kandidat, wird die Gemeinde aufgelöst. Die Ortsteile Dambeck, Bütow, Erlenkamp und die Wohnsiedlung Karchow würden dann einer Nachbargemeinde wie Röbel oder Leizen zugeordnet. „Wir wollen auf alle Fälle die Gemeinde erhalten und ich werde noch vor Juli eine Sondersitzung einberufen. Ich bin optimistisch, dass wir noch eine Lösung finden, aber man wird sehen, was kommt“, kündigte Dirk Neumann an.

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Folgen einer Auflösung

Die Lage hat sich seit dem Rücktritt zugespitzt, weil die Gemeinde ohne gewählte Spitze nur eingeschränkt handlungsfähig ist. Der kommissarische Vertreter kann laufende Geschäfte sichern, politische Weichenstellungen sind jedoch begrenzt. Ohne Kandidaten in der Sitzung im Juli bleibt nur die Eingliederung in eine Nachbargemeinde. Ob Röbel oder Leizen übernimmt, wäre in einem weiteren Schritt zu klären.

Bei einer Auflösung verliert die Gemeinde ihren Gemeinderat und ihren Bürgermeister. Die politische Gestaltungsmacht vor Ort entfällt weitgehend, da Entscheidungen nun durch ein übergeordnetes Gremium getroffen werden. Die aufnehmende Gemeinde übernimmt zudem sämtliche Vermögenswerte wie Grundstücke, Gebäude und Infrastruktur sowie alle Schulden der aufgelösten Gemeinde. Einen solchen Schritt würde Dirk Neumann bedauern, nicht nur wegen des Identitätsverlusts, sondern auch, weil die Gemeinde recht liquide sei, also finanziell gut aufgestellt.

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