AfD will Ausschuss „Zukunft Feuerwehr“ im Kreistag Seenplatte gründen
AfD will Ausschuss „Zukunft Feuerwehr“ gründen

Die AfD-Fraktion im Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte will die Turbulenzen im Kreisfeuerwehrverband nutzen, um einen zeitweiligen Ausschuss „Zukunft Feuerwehr“ zu gründen. Zur nächsten Kreistagssitzung im Juni soll ein entsprechender Antrag eingebracht werden, wie Fraktionsgeschäftsführer Karlo Schmettau mitteilte.

Ziel: Bürokratieabbau und bessere Zusammenarbeit

Der Ausschuss solle die aktuellen Herausforderungen im Feuerwehrwesen auf Kreisebene analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen erarbeiten. Im Fokus stünden der Abbau bürokratischer Belastungen, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Landkreis, Kreiswehrführung, Kreisfeuerwehrverband und den örtlichen Feuerwehren sowie die Stärkung ehrenamtlicher Strukturen.

„Unsere Feuerwehren leisten tagtäglich unverzichtbare Arbeit für die Sicherheit der Bürger. Gleichzeitig steigen Anforderungen, Verwaltungsaufwand und Belastungen für viele ehrenamtlich Engagierte spürbar an. Hier darf die Politik nicht länger nur zusehen, sondern muss handeln“, betonte Schmettau. Der Ausschuss solle eine sachliche und lösungsorientierte Plattform schaffen, um bestehende Strukturen zu überprüfen und Verbesserungen auf den Weg zu bringen.

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Hintergrund: Vakante Führungsposten

Konkreter Anlass für den Antrag sind die neu zu besetzenden Posten des Kreiswehrführers und des Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes. Dem bisherigen Vorsitzenden Stephan Drews hatten die Mitglieder des Verbands im März das Vertrauen entzogen, nachdem Landrat Thomas Müller ihn von seinem Dienst als Kreiswehrführer suspendiert hatte. Bereits Ende 2025 waren der stellvertretende Kreiswehrführer und stellvertretende Vorsitzende Thomas Kahle sowie Beisitzer Stefan Schulz zurückgetreten.

Grund für die Suspendierung und den Vertrauensentzug war ein Polizeieinsatz in Drews Heimatstadt Friedland, bei dem er einen Polizisten beleidigt haben soll. Der Einsatz erfolgte, nachdem Quellen aus seinem Umfeld die Polizei auf einen angeblichen „psychischen Ausnahmezustand“ hingewiesen hatten. Drews wehrt sich gegen diese Darstellung. Eine Neuwahl der Verbandsspitze ist in Vorbereitung.

Arbeitsauftrag und Zusammensetzung

Der Ausschuss soll aus neun Kreistagsmitgliedern bestehen und kann sachkundige Einwohner sowie externe Fachleute hinzuziehen. Sein Arbeitsauftrag umfasst die Analyse bürokratischer Belastungen, die Prüfung von Vereinfachungen der Verwaltungsabläufe, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Ebenen, die Überprüfung von Zuständigkeiten und Entscheidungsstrukturen, die Entlastung ehrenamtlicher Führungskräfte sowie die Bewertung des Bedarfs an hauptamtlicher Unterstützung auf Kreisebene.

Der Ausschuss soll spätestens bis zum 31. Dezember einen Abschlussbericht mit konkreten Maßnahmenempfehlungen vorlegen und danach wieder aufgelöst werden. Die Kosten für den Ausschuss belaufen sich auf rund 3200 Euro, bestehend aus Sitzungsgeldern und Fahrtkosten.

Strukturelle Herausforderungen

Fraktionsvorsitzender Robert Schnell betonte: „Die Freiwilligen Feuerwehren sind ein zentraler Bestandteil des Brand- und Katastrophenschutzes. In der Praxis zeigen sich zunehmend strukturelle Herausforderungen wie steigende Anforderungen an Führungskräfte, zunehmende bürokratische Belastungen und Abstimmungsprobleme zwischen den Ebenen. Der Kreistag ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu überprüfen und anzupassen.“ Ziel sei es, das Feuerwehrwesen nachhaltig zu stabilisieren und zu stärken.

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