Boizenburger Friedhof: Mehr als nur ein Ort der Trauer
Auf dem Friedhof in Boizenburg wird nicht nur für neue Grabstätten in der Erde gegraben. Die weitläufige Anlage entwickelt sich zunehmend zu einem lebendigen Ort der Stadtgeschichte und Kultur. Ein zentrales Projekt ist dabei die Sanierung der historischen Aussegnungskapelle, die nun durch eine großzügige Spende vorangetrieben werden kann.
Historisches Gebäude erhält dringend benötigte Mittel
Die Bürgerstiftung Boizenburg hat 2500 Euro für die weitere Sanierung der Aussegnungskapelle bereitgestellt. Das Gebäude stammt aus dem späten 18. Jahrhundert und gilt als ältestes Bauwerk auf dem gesamten Friedhofsgelände. „Sie wurde nach der Einweihung des Friedhofs errichtet, damit die Menschen auch hier vor Ort im Trockenen trauern und Abschied nehmen konnten“, erklärt Alexander Jordt, der als Friedhofswart und aktives Mitglied im Friedhofsförderverein Boizenburg die Entwicklung des Geländes maßgeblich mitgestaltet.
Die Spende fließt konkret in den Stromanschluss für das Gebäude. Dies sei ein weiterer wichtiger Schritt, um das Gebäude und damit auch den Friedhof mit Leben abseits von Beerdigungen zu füllen, betont Jordt. Der Friedhofsförderverein, der sich 2020 eigens für die Pflege der Friedhofskultur gegründet hat, setzt sich seit Jahren für den Erhalt dieses kulturhistorisch wertvollen Bauwerks ein.
Friedhof als lebendiger Ort der Stadtgeschichte
Alexander Jordt betont immer wieder, dass ein Friedhof weitaus mehr sei als nur ein Ort der Trauer. „Wir betrachten diese Stätte auch als wichtigen Teil unserer Stadtgeschichte“, so der engagierte Friedhofswart. Bereits jetzt finden auf dem Gelände regelmäßig Veranstaltungen statt:
- Führungen über die historischen Grablegen
- Engagement für Wildbienen und Naturschutz
- Kulturelle Veranstaltungen in der Kapelle
Ein weiteres geplantes Projekt ist die Einrichtung eines Lapidariums. Hier sollen Grabsteine bedeutender Persönlichkeiten der Stadtgeschichte einen würdigen Platz finden und durch kurze biografische Abrisse die wechselvolle Geschichte Boizenburgs erzählen.
Langfristiges Engagement ohne Zeitdruck
Für den Abschluss der Kapellensanierung haben sich die Verantwortlichen bewusst kein festes Zeitlimit gesetzt. „Das Projekt wird noch viel Zeit und Geld kosten“, zeigt sich Alexander Jordt realistisch. Die Sanierung der über 200 Jahre alten Bausubstanz erfordert behutsames Vorgehen und kontinuierliche Finanzierung.
Die Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Boizenburg hat sich dabei als äußerst effektiv erwiesen. „Der Weg von der Idee zur Spende ging erfreulich zügig“, freut sich Jordt. Die Stiftung unterstützt neben dem Friedhofsprojekt auch zahlreiche andere Bereiche des städtischen Lebens:
- Sport und Breitensport
- Kulturelle Veranstaltungen
- Jugendhilfe und Bildung
- Naturschutz und Umweltschutz
Kontinuierliche Entwicklung seit über zwei Jahrhunderten
Der Boizenburger Friedhof befindet sich seit seiner Gründung vor mehr als 200 Jahren in einem ständigen Entwicklungsprozess. Was als reine Begräbnisstätte begann, hat sich zu einem multifunktionalen Ort gewandelt, der Trauer, Geschichte, Natur und Gemeinschaft vereint. Die Sanierung der Aussegnungskapelle ist dabei nur ein Teil dieser kontinuierlichen Transformation.
Alexander Jordt und seine Mitstreiter im Friedhofsförderverein arbeiten beharrlich daran, diesen besonderen Ort für zukünftige Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln. Mit der Unterstützung durch die Bürgerstiftung und das Engagement vieler Freiwilliger bleibt der Boizenburger Friedhof ein lebendiges Zeugnis städtischer Geschichte und Gemeinschaft.



