Ex-HSV-Boss Boldt warnt vor Zockerei im Nordderby: Thioune gegen Polzin
Boldt warnt vor Zockerei im Nordderby: Thioune vs. Polzin

Ex-HSV-Boss Jonas Boldt warnt vor Zockerei im Nordderby: Thioune trifft auf Polzin

Wenn der HSV am Samstag im Weserstadion auf Werder Bremen trifft, wird ein besonderes Augenmerk auf den Trainerbänken liegen. Jonas Boldt, der ehemalige Sportvorstand der Hamburger, verfolgt das Nordderby mit Spannung, denn er verpflichtete im Juli 2020 sowohl den heutigen Bremen-Coach Daniel Thioune als auch dessen Assistenten Merlin Polzin, der nun Chef-Trainer des HSV ist. Jetzt prallen diese beiden von Boldt entdeckten Fußballlehrer in einem entscheidenden Abstiegskampf aufeinander.

Eine lange gemeinsame Geschichte

Thioune und Polzin kennen sich bestens, nachdem sie von 2014 bis 2021 zunächst gemeinsam für den VfL Osnabrück und später im Volkspark beim HSV gearbeitet haben. Diese enge Verbindung macht das Duell noch spannender. Doch Boldt warnt davor, dass zu viel Fokus auf den Gegner nach hinten losgehen könnte. „Ich denke, der Trainer, der glaubt, den anderen abzocken zu können, verliert“, so der Ex-HSV-Boss. Stattdessen betont er, dass es in diesem Nordderby nicht um persönliche Rivalitäten zwischen Polzin und Thioune geht, sondern darum, dass sich jeder auf seinen eigenen Spielplan konzentrieren sollte.

Boldts Einschätzung der Trainerqualitäten

Boldt hat hohen Respekt vor beiden Trainern. Über Daniel Thioune sagt er: „Daniel besitzt eine wahnsinnige Energie, eine große Flexibilität im Spiel. Er ist ein Typ, der seine Mitmenschen mitnehmen kann. Er brennt für seine Aufgabe und ist rhetorisch sehr stark.“ Bei Merlin Polzin lobt er besonders dessen Fleiß und Lernbereitschaft: „Merlin ist ein sehr fleißiger Mensch, der zudem überaus wissbegierig ist. Ich habe ihn als eine Person kennengelernt, die sich nicht so wichtig nimmt. Der Erfolg gibt ihm recht, denn er schafft es immer wieder, die besten Lösungen zu finden.“ Boldt hofft, dass Polzin weiterhin die volle Unterstützung des HSV erhält.

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Der Weg zum Chef-Trainer

Schon früh erkannte Boldt das Potenzial von Polzin. Nach der Trennung von Thioune bot der HSV Polzin einen Vertrag an, der unabhängig vom jeweiligen Chef-Coach war. Polzin arbeitete daraufhin zweieinhalb Jahre unter Tim Walter, bevor er im Februar 2024 nach Walters Ende für ein Spiel das Team übernahm. Boldt erinnert sich: „Wir haben gemeinsam damals gemerkt, dass der Schritt noch etwas früh ist, und ich wollte Merlin nicht direkt verbrennen.“ Doch nach dem Rauswurf von Steffen Baumgart Ende November 2024 war die Zeit reif, und Polzin führte den HSV zum Aufstieg.

Dieses Nordderby verspricht nicht nur sportliche Spannung, sondern auch eine tiefgründige taktische Auseinandersetzung zwischen zwei Trainern, die durch ihre gemeinsame Vergangenheit eng verbunden sind. Boldts Warnung vor Zockerei könnte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

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