Verdi droht Deutsche Bank mit Warnstreiks bei Postbank-Tarifverhandlungen
Die Gewerkschaft Verdi hat der Deutschen Bank mit Warnstreiks bei der Postbank gedroht. Grund sind die stockenden Tarifverhandlungen für rund 9.000 Beschäftigte der Postbank, die zur Deutschen Bank gehört. Nach der ersten ergebnislosen Gesprächsrunde in Düsseldorf kritisierte Verdi das Angebot der Arbeitgeberseite als völlig unzureichend.
Unmut bei den Beschäftigten wächst
„Der Unmut der Postbankbeschäftigten ist groß“, erklärte Verdi in einer Stellungnahme. Die Arbeitsbelastung sei über Jahre sehr hoch gewesen, und das aktuelle Angebot der Deutschen Bank stelle „ein Schlag ins Gesicht“ dar. Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck sagte: „Wir gehen davon aus, dass es in den kommenden Wochen zu ersten Warnstreiks kommen wird.“ In der Tarifkommission habe man bereits über die Einleitung entsprechender Maßnahmen gesprochen.
Deutsche Bank bietet geringe Gehaltssteigerung
Das von der Deutschen Bank vorgelegte Angebot sieht eine Gehaltssteigerung von zwei Prozent nach fünf Nullmonaten zum September vor, gefolgt von weiteren zwei Prozent im September des kommenden Jahres. Duscheck monierte: „Die Deutsche Bank hat gerade erst ein Rekordergebnis verkündet; da ist es jetzt völlig unverständlich, dass sie ein Gehaltsangebot macht, das nicht einmal ansatzweise die Inflation ausgleicht.“
Verdi fordert acht Prozent mehr Gehalt
Die Gewerkschaft Verdi fordert in der aktuellen Tarifrunde eine Gehaltssteigerung von acht Prozent, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat. Zudem thematisiert Verdi Fragen der Transformation: Die Integration der ehemaligen Postbank in die Deutsche Bank, Filialschließungen sowie organisatorische Veränderungen führten zu erheblicher Unsicherheit bei den Beschäftigten. Diese bräuchten dringend Perspektiven und Planungssicherheit für die Zukunft.
Nächste Verhandlungsrunde im Mai
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Mai in Frankfurt am Main angesetzt. Bereits im Jahr 2024 hatte es einen Tarifkonflikt bei der Postbank gegeben, der nach fünf Verhandlungsrunden beigelegt werden konnte. Damals hatten Warnstreiks von Verdi wiederholt zu Einschränkungen im Kundenservice geführt, was auch die Kunden der Bank spürbar traf.
Die aktuelle Drohung mit Warnstreiks unterstreicht die angespannte Situation zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber. Sollte es zu Arbeitsniederlegungen kommen, könnten diese erneut Auswirkungen auf den Service für Postbank-Kunden haben und den Druck auf die Deutsche Bank in den Tarifverhandlungen erhöhen.



