Bundestags-Vize Lindholz fordert Signal-Verbot für Politiker
Lindholz: Signal-Verbot für Politiker gefordert

Nachdem russische Hacker über den Messenger Signal mehrere deutsche Spitzenpolitiker attackiert und ausspioniert haben, fordert Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz (CSU) ein Umdenken bei der Kommunikation von Abgeordneten und Mitarbeitern des Bundestags. Gegenüber BILD erklärte sie: „Wir sollten über ein Signal-Verbot auf Dienstgeräten von Abgeordneten und Bundestagsmitarbeitern nachdenken.“ Die Angriffe seien anhaltend hoch und nähmen weiter zu. Souveränität und Sicherheit müssten daher oberste Priorität haben. Dazu gehöre auch die Wahl des Messenger-Dienstes auf Handy und Computer.

Lindholz plädiert für europäischen Messenger Wire

Lindholz schlägt vor, dass Abgeordnete und die Verwaltung komplett auf den europäischen Messenger Wire umsteigen sollten. Der Vorteil: Telefonnummern würden nicht offengelegt, die E-Mail-Adresse sei nicht sichtbar, und das Sicherheitsniveau sei „wesentlich höher“. Zudem seien nicht nur die Nutzer, sondern auch deren Kontakte besser geschützt. Die Unionsfraktion biete den Dienst bereits seit der vergangenen Legislaturperiode an, ebenso der Bundestag für dienstliche Zwecke. „Jetzt müssen es aber alle auch tatsächlich nutzen“, so die Parlaments-Vizepräsidentin.

Betroffene Minister und die perfide Masche der Hacker

In dieser Woche war bekannt geworden, dass unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und Familienministerin Karin Prien (CDU) das Ziel von Attacken wurden. Die perfide Masche der Angreifer: Über eine Fake-Nachricht bei Signal geben sie sich als Support aus und verlangen die Sicherheits-PIN. Wer darauf hereinfällt, liefert den Hackern den Schlüssel zu Kontakten und Chats – und die können dann heimlich sensible Gespräche mitlesen.

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Hintergrund der Angriffe und Sicherheitsdebatte

Die jüngsten Vorfälle haben eine intensive Debatte über die Sicherheit von Messengerdiensten in der Politik ausgelöst. Experten betonen, dass Signal zwar als sicher gilt, aber durch Social-Engineering-Angriffe wie die aktuellen Fälle Schwachstellen aufweist. Wire hingegen biete durch seine europäische Serverinfrastruktur und strengere Datenschutzrichtlinien zusätzlichen Schutz. Die Forderung von Lindholz könnte nun zu einer Überprüfung der aktuellen Richtlinien im Bundestag führen. Ob es tatsächlich zu einem Verbot von Signal kommt, bleibt abzuwarten, doch die Diskussion zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf in der digitalen Sicherheit der Politik ist.

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