Gedenken an Michael Gartenschläger: Vor 50 Jahren an der Grenze erschossen
Gedenken an Michael Gartenschläger

Am 1. Mai 2026 jährte sich der Tod von Michael Gartenschläger zum 50. Mal. Aus diesem Anlass fand auf dem Waldfriedhof in Schwerin eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung statt. Gartenschläger war in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai 1976 an der innerdeutschen Grenze bei Bröthen von einer Spezialeinheit des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR erschossen worden. Er liegt anonym auf dem Waldfriedhof in Schwerin begraben.

Ein Leben im Widerstand

Michael Gartenschläger wurde 1944 in Strausberg bei Berlin geboren. Bereits als Jugendlicher protestierte er gegen den Mauerbau, die Unfreiheit und die Indoktrination in der DDR. Dafür wurde er 1961 zu einer Haftstrafe im Zuchthaus verurteilt. Nach fast zehn Jahren wurde er von der Bundesrepublik freigekauft. Später half er 31 Menschen bei der Flucht aus der DDR und setzte dabei sein eigenes Leben aufs Spiel.

Der Kampf gegen die Selbstschussanlagen

Gartenschläger wollte die Existenz der von der DDR bestrittenen Selbstschussanlagen vom Typ „SM 70“ beweisen. Diese Todesautomaten standen für die Verlogenheit und Menschenverachtung des SED-Regimes. In der Nacht zum 1. Mai 1976 versuchte er zum dritten Mal, eine solche Anlage abzubauen, als ihn ein Stasi-Kommando überfiel und erschoss.

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Gedenkveranstaltungen in Schwerin und Bröthen

Der Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Burkhard Bley, würdigte Gartenschläger bei der Gedenkstunde als Widerständigen, der die Brutalität des DDR-Grenzregimes bloßgestellt habe. An der Veranstaltung nahm auch Vize-Stadtpräsidentin Cordula Manow (Linke) teil. Zuvor gab es eine Gedenkveranstaltung am „Gartenschläger-Eck“ zwischen Leisterförde und Bröthen, wo ein Gedenkkreuz an den Ort seines Todes erinnert.

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