Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sieht die wirtschaftliche Lage in Deutschland als ernst an und fordert mehr Digitalisierung und weniger Bürokratie, um den Standort Thüringen zukunftsfähig zu machen. In einem Gastbeitrag für die „Thüringische Landeszeitung“ (TLZ) schreibt er: „Wir stehen an einem Kipppunkt. Ein Teil unserer wirtschaftlichen Basis wird sich verändern. Nicht alles wird bleiben.“
Herausforderungen und Ziele
35 Jahre nach der Wiedervereinigung gebe es keinen Bonus mehr, so Voigt. Jeder Standort stehe im Wettbewerb. Bis 2035 fehlen in Thüringen rund 136.000 Erwerbstätige. Um dem entgegenzuwirken, setzt der Ministerpräsident auf drei zentrale Hebel: Bürokratieabbau, gezielte Investitionen und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI).
1. Bürokratieabbau
Langsame Verfahren könne sich das Land nicht mehr leisten. „Der Staat muss vom Hemmnis zum Standortvorteil werden“, so Voigt. Ziel sei ein Drittel weniger Bürokratieaufwand für Unternehmen.
2. Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung
Voigt kritisiert, dass zu lange nicht gezielt genug investiert worden sei – etwa in öffentliche Infrastruktur, neue Anlagen und Automatisierung. „Es muss in allen Bereichen gezielt in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz investiert werden“, fordert er. Bessere Rahmenbedingungen sollen Unternehmen zu Investitionen bewegen.
3. Demografie und Fachkräftemangel
Das Kernproblem sei der demografische Wandel: Bis 2035 fehlen 136.000 Erwerbstätige. „Deshalb ist das Gebot der Stunde mehr Produktivität, unter anderem durch Künstliche Intelligenz – und die gleichzeitige Investition in Fachkräfte und Bildung“, schreibt Voigt.
Vision für Thüringen 2035
Voigt formuliert ein ehrgeiziges Ziel: „Thüringen 2035 – eine der wachstumsstärksten Regionen Deutschlands, ein wettbewerbsfähiges Industrieland, getragen von einem starken, modernen Mittelstand, eng verzahnt mit Wissenschaft und Forschung und unterstützt von einem Staat, der funktioniert.“



