70 Millionen für Dolmetscher: Behörden ignorieren KI-Sparpotenzial
Behörden verpulvern 70 Millionen für Dolmetscher

In deutschen Amtsstuben wird bei Übersetzungen weiterhin auf kostenintensive analoge Dolmetscher gesetzt, statt auf moderne Künstliche Intelligenz (KI) zu setzen. Die anfallenden Kosten machen sprachlos: Trotz aller Sparzwänge und Haushaltsauflagen erreichen die Ausgaben für Dolmetscher im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums seit Jahren rekordverdächtige Zahlen.

Fast 71 Millionen Euro im Jahr 2025

Aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag geht hervor, dass sich die finanziellen Aufwendungen im vergangenen Jahr auf insgesamt fast 70,81 Millionen Euro belaufen haben. Diese Summe verteilt sich auf verschiedene Behörden, wobei der Löwenanteil auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) entfällt.

Bamf gibt über 58 Millionen aus

Allein das Bamf verantwortete knapp 58,54 Millionen Euro der Gesamtausgaben. In den Jahren 2023 und 2024 waren es beim Bamf 75 beziehungsweise 70 Millionen Euro, die in Übersetzungsleistungen flossen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in den Jahren 2016 und 2017 investierte das Bamf sogar 87 beziehungsweise 80 Millionen Euro in den Einsatz von Dolmetschern – alles auf Steuerzahlerkosten.

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AfD kritisiert fehlende Digitalisierung

Die AfD-Fraktion übt scharfe Kritik an dieser Entwicklung: „Während die Privatwirtschaft bereits weitreichende Kosteneinsparungen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz realisiert, greifen Behörden und staatliche Stellen weitgehend auf analoge und kostenintensive Lösungen zurück.“ Angesichts einer angespannten Haushaltslage und der technologischen Reife von KI-Systemen sei es geboten, die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Teilautomatisierung von Übersetzungsleistungen zu prüfen. Selbst besonders anspruchsvolle lokale Dialekte könnten inzwischen problemlos übersetzt werden, so die größte Oppositionsfraktion im Bundestag.

Bundesregierung sieht keine Einsparpotenziale

Dem Einsatz von KI steht die Regierung allerdings eher skeptisch gegenüber. Zwar würden auch KI-Tools benutzt, doch: „Die Übersetzungsqualität ist eingeschränkt, und Texte erfordern in der Regel eine Überprüfung durch professionelle Übersetzerinnen und Übersetzer.“ Aufgrund der bestehenden mangelhaften Qualität von KI-Lösungen, insbesondere bei seltenen Sprachen, sei es derzeit nicht möglich, erhebliche Einsparpotenziale zu erschließen, so die Regierung weiter. Die Debatte um den Einsatz von KI in Behörden wird damit vorerst vertagt – während die Kosten für Dolmetscher weiter steigen.

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