Fünfter Castor-Transport in NRW gestartet: Großaufgebot der Polizei
Fünfter Castor-Transport in NRW: Polizei-Großaufgebot

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat einen Großeinsatz zum Schutz des fünften Castor-Transports aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gestartet. Dies gab ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Der genaue Startzeitpunkt des Transports hochradioaktiven Atommülls wurde nicht mitgeteilt. Anti-Atomkraft-Initiativen rechnen mit einem Beginn am heutigen Abend.

Hunderte Polizisten sichern Transport

Die Polizei sichert die unangekündigte Aktion mit Hunderten Beamten entlang der Strecke sowie an Start- und Zielpunkt. Aus Sicherheitsgründen werden die Fahrtroute und mögliche Alternativstrecken nicht veröffentlicht. Für die rund 170 Kilometer lange Strecke werden etwa vier Stunden veranschlagt.

An mehreren Orten sind Proteste geplant. Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ organisiert eine Mahnwache in Jülich, während die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ eine weitere in Ahaus abhält.

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Bisherige Transporte verliefen ohne Zwischenfälle

Die ersten vier nächtlichen Transporte quer durch NRW verliefen in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle. Die Polizei begleitete sie jeweils mit einem Großaufgebot. An mehreren Stellen demonstrierten Menschen gegen die Verlagerung des Atommülls.

Die Transporte nach Ahaus könnten sich länger hinziehen als ursprünglich geplant. Das Transportunternehmen Orano habe eine Verlängerung der Transportgenehmigung um ein Jahr bis August 2028 beantragt, erklärte ein Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen, die Auftraggeberin der Transporte. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet.

152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus

In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor, der von 1967 bis 1988 in Betrieb war. Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Behälter hochgefährlich.

In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.

Hintergrund: Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil dort eine Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei dem Transport durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

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