Wolfsangriff in Hamburg: Standort des ausgewilderten Tiers bleibt geheim
Wolfsangriff Hamburg: Standort geheim

Gut einen Monat nach dem Wolfsangriff in Hamburg soll der jetzige Aufenthaltsort des Tiers geheim bleiben. Sowohl die Behörden in Hamburg als auch in Niedersachsen wollen den Standort nicht bekanntgeben. Das Tier, das eine Frau in einer Einkaufspassage verletzt hatte, wurde Ende März in eine Wildtierstation in Niedersachsen gebracht und Anfang April im südlichen Stadtgebiet von Hamburg wieder ausgewildert.

Keine Zuständigkeit Niedersachsens

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer sagte im Landtag, die Verantwortung für den Wolf liege in Hamburg. „Es ist kein Wolf, der in der Zuständigkeit Niedersachsens besendert worden ist, und auch die Überwachung liegt nicht in der Zuständigkeit Niedersachsens“, sagte der Grünen-Politiker. Schon die Entscheidung, den Wolf wieder freizulassen, habe Hamburg getroffen.

Gründe für die Geheimhaltung

Umweltminister Meyer erklärte weiter, der Standort des Wolfs werde auch deshalb nicht veröffentlicht, da anderenfalls die Gefahr bestehe, dass mögliche Eingriffe wie ein angeordneter Abschuss gestört werden könnten – etwa, wenn Wolfsschützer versuchen würden, entsprechende Maßnahmen zu verhindern. Die Hamburger Umweltbehörde teilte mit, das Tier befinde sich nicht mehr auf Hamburger Stadtgebiet, sondern halte sich mehr als 100 Kilometer davon entfernt auf. Wo genau, ließ die Behörde aber offen – und begründete das mit dem Tierschutz. „Zu genaueren Standorten geben wir aus Tierschutzgründen grundsätzlich keine Auskünfte“, sagte ein Behördensprecher.

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Spekulationen über den Aufenthaltsort

Die „Bild“-Zeitung und der NDR berichteten, das Tier könnte sich im Raum der Lüneburger Heide aufhalten. Meyer sagte indes, der Wolf könne auch auf dem Weg nach Bayern oder Baden-Württemberg sein. „Er ist aber jedenfalls nicht in der Lüneburger Heide, wie es behauptet wird“, sagte der Minister. Mittlerweile leben mehr als 600 Wölfe in Niedersachsen. Der Vorfall in Hamburg hatte Ende März für Aufsehen gesorgt, als der Wolf in einer Einkaufspassage in Hamburg-Altona eine Frau verletzte, die dem Tier helfen wollte. Die Behörden entschieden sich nach einer Untersuchung für die Auswilderung, was in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wurde. Die Geheimhaltung des Standorts soll sowohl das Tier schützen als auch mögliche Störungen von behördlichen Maßnahmen verhindern.

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