Schwesig erhält in Schwerin bittere Heimpleite bei Stichwahlen
Schwesig kassiert bittere Heimpleite in Schwerin

Die Stichwahlen um drei Bürgermeisterämter in Mecklenburg-Vorpommern haben am Sonntag deutliche Signale für die bevorstehende Landtagswahl im September gesendet. Besonders brisant: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) musste in der Landeshauptstadt Schwerin eine herbe Heimniederlage hinnehmen. Der CDU-Kandidat Sebastian Ehlers setzte sich mit 54 Prozent der Stimmen gegen die SPD-Bewerberin Mandy Pfeifer durch, die auf 46 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 41,6 Prozent.

Wismar bleibt SPD-Hochburg

In der Hansestadt Wismar hingegen konnte die SPD ihren traditionellen Rückhalt bestätigen. Der langjährige Bundestagsabgeordnete Frank Junge gewann die Stichwahl mit deutlichen 68,2 Prozent gegen die AfD-Kandidatin Manuela Medrow, die 31,8 Prozent erhielt. Die Wahlbeteiligung erreichte hier 50,7 Prozent. Bereits im ersten Wahlgang hatte Junge mit 42,1 Prozent geführt, während Medrow auf 20,5 Prozent kam.

AfD sieht Rückenwind für Landtagswahl

AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm wertete das Ergebnis in Wismar als positives Signal: „32 Prozent in Wismar sind ein starkes Ergebnis für Manuela Medrow und die AfD. Das ist ein Fingerzeig auf die großen Chancen im September.“ Er kritisierte die lange SPD-Regentschaft und versprach einen politischen Aufbruch mit mehr Sicherheit, besserer Bildung und neuen Wirtschaftschancen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ministerpräsidentin Schwesig hingegen betonte, dass sich die Wismarer klar gegen die AfD entschieden hätten. Zum Schweriner Ergebnis sagte sie: „Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Leider hat es für Mandy Pfeifer knapp nicht gereicht, aber sie geht gestärkt aus dieser Wahl hervor.“ Sie appellierte an den neuen Oberbürgermeister Ehlers, die Stadt zusammenzuführen und weiterhin konstruktiv mit der Landesregierung zusammenzuarbeiten.

CDU zeigt sich ermutigt

CDU-Landeschef Daniel Peters zeigte sich optimistisch für die Landtagswahl: „Die CDU kann in großen Städten im Westen Mecklenburgs gewinnen. Das ist ein ermutigendes Vorzeichen.“ Er kritisierte den Polarisierungswahlkampf der SPD und betonte, dass Sacharbeit über Polemik siege. Der Wahlsieg in Schwerin sei Balsam für die zuletzt durch schlechte Umfragen geschwächte CDU.

Ueckermünde: Handwerker besiegt Unternehmer

In Ueckermünde setzte sich der parteilose Fliesenlegermeister Tino Spiegelberg mit 54,2 Prozent gegen den Unternehmer Karsten Berndt durch. Der Wahlkampf war von mehreren Zwischenfällen überschattet, darunter Angriffe auf Berndt mit eingeschlagenen Fensterscheiben und zerstochenen Reifen. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Totschlags. Auch eine Podiumsdiskussion wurde durch einen Steinwurf auf ein Polizeiauto gestört.

Die Ergebnisse dieser Stichwahlen gelten als wichtiger Stimmungstest für die Landtagswahl am 20. September, bei der die SPD von Ministerpräsidentin Schwesig ihre Führungsposition verteidigen muss.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration