Ein vergessenes Schmuckstück kehrt zurück unter die Kirchenkuppel: In der kleinen Kirche in Gägelow bei Sternberg erstrahlt ein restaurierter Jugendstil-Leuchter. Der Zufallsfund in der Sakristei wurde durch hartnäckiges Engagement und Spendengelder zu einem kunstvollen Blickfang.
Zufallsfund in der Sakristei
Christian Lehsten entdeckte die Reste eines alten Leuchters in einer verstaubten Ecke der Sakristei. Es handelte sich um Fragmente, die über Jahrzehnte in Einzelteilen vergessen worden waren. Der Leuchter, der einst unter der Kirchenkuppel hing, war kaum wiederzuerkennen. Heute präsentiert er sich zart und filigran als echtes Schmuckstück.
Sanierungsarbeiten der Kirche
Die Kirche in Gägelow wird derzeit saniert, betreut vom Förderverein unter Vorsitz von Ingrid Kuhlmann. Die Außenarbeiten sind zu drei Vierteln abgeschlossen: Der Dachstuhl wurde repariert, das Dach neu gedeckt, und die Nordwand wird trockengelegt. Lediglich der Turm steht noch aus. Alle Bauarbeiten wurden ausschließlich über Spendengelder finanziert, wobei die Bauabteilung der Kirchenkreisverwaltung bei der Sponsorengewinnung half.
Restaurierung des Leuchters
Als Christian Lehsten vorschlug, den alten Leuchter restaurieren zu lassen, war Ingrid Kuhlmann zunächst skeptisch wegen der Finanzierung. Doch Lehsten blieb hartnäckig – zum Glück, wie sie heute sagt. Über Anette Knobloch von der Kirchengemeinde Dabel kam der Kontakt zur Wismarer Werkstatt für Metallrestaurierung und Gelbgießerei zustande. Meister Ralf Froese, der bereits zahlreiche historische Leuchter in Wismar restauriert hatte, war der richtige Fachmann für den Jugendstil-Leuchter.
Zwei Jahre benötigte er, um aus dem rudimentären Leuchter ein Schmuckstück zu zaubern. Von den ehemals achtzehn Leuchterarmen waren nur drei übrig, die Froese kopierte. In einer Neustrelitzer Gießerei entstanden zusätzlich drei Leuchterarme. Die Halterung für kleine Leuchterarme entnahm er aus eigenen Altbeständen. Jeder große Leuchterarm wird nun durch zwei kleine Leuchtelemente ergänzt. Die einstigen Kerzenhalter wurden durch elektrische Leuchtmittel ersetzt.
Elektrifizierung und Kosten
Die Elektrifizierung übernahm ein regionaler Elektriker – zunächst provisorisch. Bis zum Kirchenfest am 12. Juli soll die Stromzufuhr ordentlich über das Gewölbe im Dachraum verlegt werden. Diese Aufgabe übernimmt Martin Kuhlmann, dem die Arbeit in luftiger Höhe nichts ausmacht. Die Restauration kostete insgesamt 6000 Euro, finanziert durch Spendengelder und Sponsoren mit Herz für die kleine Gägelower Kirche.
Veranstaltungen
Einen ersten Eindruck vom Jugendstil-Leuchter können Gäste am 8. Mai um 19 Uhr gewinnen, wenn die Brassonie aus Schwerin Musik aus mehreren Epochen spielt, ergänzt durch passende Texte. Der Eintritt beträgt 10 Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt. Am 14. Mai um 9 Uhr findet ein Open-Air-Gottesdienst zur Herrentagsparty am Holzendorfer See mit Pastor Dirk Sauermann statt. Und am 12. Juli um 10 Uhr wird beim großen Kirchenfest in Gägelow eine Andacht gefeiert, musikalisch begleitet vom Dabeler Handglockenchor – der Eintritt ist frei.



