Erinnerungen an DDR-Zeit: Westbesuch staunte über moderne Wohnung in der Uckermark
DDR-Erinnerungen: Westbesuch staunte über moderne Wohnung (13.04.2026)

Persönliche Erinnerungen an die DDR-Zeit in der Uckermark

Mehr als drei Jahrzehnte sind vergangen, seit Erhard Steiner von Thüringen nach Baden-Württemberg zog. Seine Erfahrungen als Ostdeutscher im Westen teilt er nun in einem Leserbrief, der aufgrund des großen Interesses erneut veröffentlicht wird. Die Debatte über sogenannte „faule Ossis und fleißige Wessis“ wurde durch einen früheren Beitrag angestoßen und hat seitdem zahlreiche Reaktionen aus allen Bundesländern ausgelöst.

Konfrontation mit Vorurteilen nach der Wende

„Was ich mir da anhören musste. Jetzt kommen die faulen DDR-Bürger“, erinnert sich Steiner an seine Ankunft im Westen. Doch schon am ersten Tag habe er nicht erkennen können, was die Westdeutschen so Außergewöhnliches geleistet hätten. Diese Einschätzung habe sich erst über einen längeren Zeitraum entwickelt. Sein persönliches Fazit: „So viele faule Leute in meinem unmittelbaren Umkreis habe ich noch nie gesehen.“

Steiner betont, dass er bereits zu DDR-Zeiten sehr viel gearbeitet habe, da das Handwerk nicht anders gewesen sei. Im „Land der tausend Wünsche“ habe er nach Feierabend weitergearbeitet, weil die Nachfrage groß war. Der Lohn dafür sei unter anderem eine modern eingerichtete Wohnung gewesen.

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Überraschter Westbesuch in der DDR-Wohnung

Ein besonderes Erlebnis beschreibt Steiner mit den Worten: „Als wir Westbesuch bekamen, hat der Bauklötze gestaunt.“ Die Besucher aus dem Westen hätten wohl gedacht, die Ostdeutschen seien bettelarm. „Die Überlieferung war schon damals falsch und setzt sich bis heute fort“, stellt er klar.

Seine berufliche Laufbahn im Westen verlief erfolgreich: „Als ich mich vor 30 Jahren beworben habe, bin ich sofort eingestellt worden. Und ich bin auch nie wegen Faulheit gekündigt worden.“ Steiner weist darauf hin, dass es in jeder Familie und in jedem Staat unterschiedliche Auffassungen zur Arbeit gebe, was man an Langzeitarbeitslosen und Bürgergeldempfängern sehe.

Kritik an pauschalen Ost-West-Zuschreibungen

Unterstützung habe ihm kein Staat gegeben, betont Steiner. „Ich musste selbst herausfinden, wie dieser Staat tickt.“ Da sein Partner aus dem Westen kam, hatte er damit jedoch keine Probleme. Seine klare Position: „Es gibt nicht den fleißigen Wessi und den faulen Ossi. Das ist faktisch falsch und diskriminierend – egal für wen.“

Die Redaktion weist darauf hin, dass Leserbriefe auszugsweise wiedergegeben werden können und nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen müssen. Anonyme Zuschriften sowie Briefe, die reine Polemik enthalten, werden nicht veröffentlicht.

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