Berlin feierte am 1. Mai 2026 einen ausgelassenen und friedlichen Tag der Arbeit. Zehntausende Menschen strömten bei sommerlichem Wetter in die Straßen, Parks und auf die Plätze der Hauptstadt. Der Görlitzer Park in Kreuzberg war bereits mittags so überfüllt, dass die Zugänge aus Sicherheitsgründen geschlossen werden mussten. Auch mehrere U-Bahn-Stationen wurden gesperrt, da die Menschenmassen die Bahnsteige und Züge überfüllten.
Große Demos und Partys in ganz Berlin
Am Vormittag zog die traditionelle DGB-Demo mit rund 7000 Teilnehmern durch Berlin-Mitte zum Roten Rathaus. Parallel dazu fand eine Fahrrad-Demo nach Grunewald mit 3600 Teilnehmern statt. Unter dem Motto „Ihr wollt keine Reichen mehr! Wir wollen keine Armen mehr“ hielten etwa fünf FDP-Anhänger eine Gegenkundgebung im Villenviertel ab. Die Stimmung erinnerte vielerorts an die Loveparade der frühen 1990er Jahre, insbesondere bei den Rave-Protesten am Treptower Park.
Treptower Park: 15.000 feiern gegen Clubsterben
Im Treptower Park, an der Puschkinallee und am Schlesischen Busch demonstrierten und feierten rund 15.000 Menschen bei diversen Musikveranstaltungen. Die Raver protestierten gegen das Clubsterben, Kultursparen und den geplanten Ausbau der A100. Sie forderten ein autofreies Berlin und bezahlbaren Wohnraum.
Ikkimel begeistert tausende Fans am Mariannenplatz
Die wohl größte Menschenmenge zog die Berliner Rapperin Ikkimel an. Bei einer Veranstaltung der Linken auf dem Mariannenplatz gab die Musikerin am Abend ein Gratiskonzert. Tausende kamen, um ihre provokante Performance zu feiern. Die umliegenden Straßen bis zum Kottbusser Damm wurden zur Party-Zone. An jeder Ecke legten DJs auf oder es wurde laute Musik gespielt. Kneipen, Cafés und Spätis verwandelten sich in kleine Klubs, vor denen Berliner und Touristen tanzten und feierten.
Revolutionäre 1.-Mai-Demo startet verspätet
Mit fast zwei Stunden Verspätung setzte sich kurz vor 20 Uhr auch die „Revolutionäre 1.-Mai-Demo“ in Bewegung. Laut Polizei versammelten sich etwa 10.000 Teilnehmer am Oranienplatz. Die Route über Oranienstraße und Wiener Straße nach Neukölln zur Sonnenallee und weiter zum Südstern war zu Beginn von friedlich feiernden Menschen blockiert. Schon zu Beginn vermummten sich einzelne Teilnehmer, Nebeltöpfe und Pyrotechnik wurden gezündet. Zu Ausschreitungen kam es jedoch zunächst nicht. In der Sonnenallee gab es vereinzelte Festnahmen.
Positive Bilanz von Politik und Polizei
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zeigte sich am Nachmittag zufrieden: „Wir haben derzeit eine Stimmung in der Stadt, die ausgelassen und fröhlich ist.“ Auch Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel äußerte sich optimistisch: „Es besteht die Hoffnung, dass sich der friedliche Trend des 1. Mai in Berlin fortsetzt und die Stadt zukünftig für einen Tag der Arbeit mit Versammlungen und fröhlich feiernden Menschen in Parks und auf Straßen steht.“



