Abschreckung statt Krieg: Neuer Kommandeur der Brigade 41 im Interview
Abschreckung statt Krieg: Brigade 41 im Interview

Im Gespräch mit dem Nordkurier äußerten sich der scheidende Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 41, Brigadegeneral Ralf-Peter Hammerstein, und sein Nachfolger, Oberst Karsten Krämer, zu aktuellen Herausforderungen. Hammerstein betonte die Bedeutung der Abschreckung: „Um den Frieden zu erhalten, müssen wir so wehrtüchtig sein, dass uns niemand angreifen möchte.“ Krämer ergänzte, dass die Brigade ihren Fokus auf die Landes- und Bündnisverteidigung legt.

Positive Eindrücke aus Neubrandenburg

Hammerstein zeigte sich dankbar für die herzliche Aufnahme in der Stadt. „Neubrandenburg ist vielschichtig und kulturell reizvoll. Die Gelassenheit der Menschen werde ich vermissen“, so der General. Sein neuer Posten führt ihn an die Offizierschule des Heeres nach Dresden.

Auftrag und Standorte der Brigade

Die Panzergrenadierbrigade 41 bleibt in Litauen aktiv und unterstützt die Nato-Ostflanke. Ausbildungseinsätze in Kamerun, der Mongolei und Mexiko laufen perspektivisch aus. Hammerstein bestätigte, dass die Bundeswehr wachsen soll, was sich positiv auf die Standorte in Mecklenburg-Vorpommern auswirkt. Ein Musterungszentrum in Neubrandenburg ist für dieses Jahr geplant, jedoch außerhalb der Kaserne.

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Wehrpflicht und gesellschaftliche Debatte

Angesichts von Protesten gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht zeigte Hammerstein Verständnis für Ängste, verwies aber auf die veränderte Sicherheitslage seit dem Ukraine-Krieg. „Wir müssen wehrfähig sein, um einen weiteren Krieg zu verhindern.“ Er widersprach der Annahme einer mehrheitlich bundeswehrkritischen Haltung in Ostdeutschland. „Beim Tag der Bundeswehr kamen 14.000 Besucher – das ist ein Zeichen von Zustimmung.“

Nato und internationale Verpflichtungen

Hammerstein betonte die Stabilität der Nato trotz gelegentlicher Rhetorik. „Die Nato funktioniert, wenn alle ihren Beitrag leisten.“ Krämer schloss Einsätze in Grönland oder im Iran aus. Beide unterstrichen die Abhängigkeit der Bundeswehr von politischen Entscheidungen.

Zustand der Bundeswehr und Investitionen

Hammerstein räumte ein, dass die Bundeswehr in der Vergangenheit vernachlässigt wurde. „Die Friedensdividende wurde nicht in die Armee investiert.“ Das Sondervermögen von 500 Milliarden Euro soll nun Modernisierungen ermöglichen. Krämer berichtete von Bauprojekten und neuen Gefechtsfahrzeugen für die Brigade, räumte aber einen hohen Nachholbedarf ein.

Abschließend riefen beide zu mehr Präsenz der Bundeswehr auf, ohne die Bevölkerung zu belasten. „Mehr Truppenbewegungen bedeuten mehr Sicherheit“, so Hammerstein.

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