1. Mai in Berlin: 87 Festnahmen, 70.000 Feiernde, Müllberge
1. Mai in Berlin: 87 Festnahmen und 70.000 Feiernde

Der 1. Mai in Berlin verlief nach Polizeiangaben „weitestgehend störungsfrei“, obwohl es in Kreuzberg zu einzelnen Rangeleien und Angriffen kam. Mehr als 70.000 Menschen feierten, 5.300 Polizisten waren im Einsatz, und es gab 87 vorläufige Festnahmen. Zudem wurden 121 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten eingeleitet, darunter Landfriedensbruch, Angriffe auf Polizeibeamte, Körperverletzung, sexuelle Belästigung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Beleidigung.

Verletzte Polizisten und Angriffe

Bei einem Streit um verbotenes Grillen im Volkspark Friedrichshain wurde ein Polizist von einer größeren Gruppe angegriffen, getreten, geschlagen und gebissen. Insgesamt wurden 15 Polizisten überwiegend leicht verletzt. Nur ein Beamter musste seinen Dienst beenden – die niedrigste Zahl der letzten Jahrzehnte am 1. Mai. Die Polizei sprach von einem „weitestgehend störungsfreien Maifeiertag“.

Politiker ziehen positive Bilanz – GdP widerspricht

Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bewerteten den Tag positiv. Wegner schrieb auf X: „Der 1. Mai in Berlin war friedlich.“ Spranger betonte, der Tag sei „weitgehend friedlich“ verlaufen, und das Einsatzkonzept mit Deeskalationsstrategie sei aufgegangen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) widersprach: Am späten Abend hätten Demonstranten aus dem linksautonomen Spektrum Polizisten angegriffen, sodass man „weiterhin nicht von einem friedlichen Tag sprechen“ könne.

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Linksautonome Demonstration und Festnahmen

An der abendlichen Demonstration linker und linksradikaler Gruppen nahmen laut Polizei rund 11.000 Menschen teil (Veranstalter: 30.000). In Kreuzberg wurden pyrotechnische Gegenstände und Nebeltöpfe gezündet. Der sogenannte schwarze Block von Linksautonomen, der vermummt war und Leuchtfackeln trug, wurde von der Polizei seitlich begleitet. Während der Demonstration und danach wurden Polizisten mit Flaschen beworfen. Die Polizei nahm 18 Demonstranten fest, unter anderem wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel lobte die Deeskalationsstrategie: „Zurückhaltung, wenn es uns nicht braucht, enge Begleitung, wenn Straftaten drohen, konsequentes Eingreifen, wenn Straftaten begangen werden.“

Sanitäter im Dauereinsatz

Die Feuerwehr-Sanitäter absolvierten 1.657 Einsätze im Rettungsdienst, vor allem wegen der vielen feiernden Menschen und des Alkoholkonsums. Die meisten Einsätze gab es am Abend in Kreuzberg. Im überfüllten Görlitzer Park häuften sich die Notfälle so sehr, dass gemeinsam mit der Polizei eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet wurde. Menschenmengen versperrten zeitweise die Zufahrtswege.

Müllberge und Glasscherben

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) beseitigte seit dem frühen Morgen große Müllmengen. Rund 350 Kubikmeter Abfall fielen an – etwa doppelt so viel wie im Vorjahr. 170 Mitarbeiter mit 70 Fahrzeugen waren im Einsatz. Die Straßen zwischen Oranienplatz und Schlesischem Tor waren von Scherben und Glassplittern bedeckt. Große Müllhaufen gab es im Görlitzer Park, Mauerpark, Treptower Park und Volkspark Friedrichshain. Ein offizielles Straßenfest gibt es in Kreuzberg seit Jahren nicht mehr, dennoch kommen jedes Jahr Zehntausende aus anderen Stadtteilen und Brandenburg, sodass der Andrang größer ist denn je.

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