Renten-Kommission stellt umfassendes Reformpaket vor
Die Renten-Kommission der Bundesregierung hat ein tiefgreifendes Reformpaket erarbeitet, das am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Vorschläge wurden am Samstag bekannt, zuerst berichteten „ZDF“ und „Bild am Sonntag“. Dem Tagesspiegel wurden die Informationen aus Kommissionskreisen bestätigt und weitere Details erläutert.
Höhere Beiträge und Einstieg in die Kapitalrente
Kern des Reformpakets sind höhere Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Einstieg in eine kapitalgedeckte Rente. Die Kommission schlägt vor, den Beitragssatz schrittweise von derzeit 18,6 Prozent auf bis zu 22 Prozent bis zum Jahr 2035 zu erhöhen. Gleichzeitig soll ein Teil der Beiträge in einen Kapitalstock fließen, der am Kapitalmarkt angelegt wird, um die Rendite zu steigern.
Stopp der Frühverrentung
Ein weiterer zentraler Punkt ist der Stopp der Frühverrentung. Die Kommission empfiehlt, die abschlagsfreie Rente mit 63 abzuschaffen und das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre anzuheben. Frühverrentungen sollen nur noch mit Abschlägen möglich sein.
Reizthema Beamte: Änderungen geplant
Ein wichtiges Detail betrifft das Reizthema Beamte. Nach Informationen des Tagesspiegels plant die Kommission, die Beamtenversorgung schrittweise an die gesetzliche Rentenversicherung anzugleichen. Konkret sollen Beamte künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, ähnlich wie Angestellte. Dies würde langfristig zu einer Vereinheitlichung des Rentensystems führen.
Details und Auswirkungen
Die Kommission erwartet, dass die Reform die Rentenfinanzen langfristig stabilisiert. Ohne Gegenmaßnahmen drohten Beitragssätze von über 25 Prozent im Jahr 2040. Die geplanten Maßnahmen sollen die Beitragssätze dagegen unter 22 Prozent halten. Die Kapitalrente soll ab 2028 mit einem jährlichen Volumen von rund 10 Milliarden Euro starten.
Kritiker warnen vor höheren Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Gewerkschaften lehnen die Pläne ab, während Arbeitgeberverbände die Kapitalrente begrüßen. Die Bundesregierung will die Vorschläge nun prüfen und bis zum Herbst einen Gesetzesentwurf vorlegen.



