Westjordanland: Israelische Siedler sollen Palästinenser erschossen haben
Westjordanland: Siedler sollen Palästinenser erschossen haben

Westjordanland: Israelische Siedler sollen Palästinenser erschossen haben

Im besetzten Westjordanland ist nach palästinensischen Angaben erneut ein Palästinenser von israelischen Siedlern getötet worden. Ein 25-Jähriger sei durch Schussverletzungen gestorben, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Laut dem palästinensischen Rettungsdienst Roter Halbmond schossen ihm Siedler in den Rücken. Der Angriff ereignete sich demnach in Deir Dibwan östlich von Ramallah.

Zweiter Vorfall innerhalb kurzer Zeit

Bereits am Vortag wurden palästinensischen Angaben zufolge in der Ortschaft al-Mughajir im Westjordanland ein 14-jähriger Schüler und ein 32-Jähriger durch israelische Siedler erschossen. Die israelische Armee teilte mit, sie überprüfe beide Vorfälle. Nach Berichten der palästinensischen Nachrichtenagentur »Wafa« durchsuchte die Armee das Dorf Deir Dibwan und nahm mehr als 30 Personen fest.

Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Das israelische Nachrichtenportal »ynet« berichtete hingegen, jüdische Wanderer seien von Dutzenden Palästinensern mit Steinen beworfen worden. Anschließend sei geschossen worden. Die Angaben beider Seiten lassen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Zunahme der Siedlergewalt seit Gazakrieg

Seit Beginn des Gazakriegs vor mehr als zweieinhalb Jahren nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 ist die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz im besetzten Westjordanland deutlich angestiegen. Generalstabschef Ejal Zamir hatte im März Angriffe radikaler Siedler auf Palästinenser als »moralisch und ethisch inakzeptabel« verurteilt.

Den israelischen Sicherheitskräften wird jedoch weiterhin vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen die Gewalt vorzugehen oder sich sogar auf die Seite aggressiver Siedler zu stellen. Radikale Siedler gehen im Westjordanland brutal vor, von der Staatsmacht haben sie oft nichts zu befürchten.

Illegale Siedlungen und völkerrechtliche Bewertung

Erst Anfang April hatte die israelische Regierung mehreren Medienberichten zufolge die Errichtung von 34 illegalen Siedlungen im Westjordanland genehmigt. Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. Mehr als 490.000 Israelis leben dort in Siedlungen, die von den Vereinten Nationen als völkerrechtswidrig eingestuft wurden.

Die anhaltende Gewalt und die Expansion der Siedlungen verschärfen den bereits angespannten Nahostkonflikt weiter. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, während die Gewaltspirale sich weiter dreht und die Aussichten auf eine friedliche Lösung schwinden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration