Die USA haben ihre Sanktionen auf den Handel mit iranischem Erdöl bis zum 21. August vorübergehend aufgehoben. Das US-Finanzministerium veröffentlichte eine entsprechende Genehmigung, die als Teil des Rahmenabkommens zwischen Iran und den USA aus der Vorwoche gilt. Diese Sanktionserleichterung ist die bislang größte seit Beginn des Irankriegs am 28. Februar. Bereits im März hatten die USA vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich auf Schiffen befand, um die Energiemärkte zu beruhigen. Wegen der seit Kriegsbeginn faktisch kaum möglichen Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormus waren die Preise weltweit stark gestiegen.
Produktive Gespräche in der Schweiz
US-Finanzminister Scott Bessent bezeichnete die jüngsten Verhandlungen mit Iran in der Schweiz als „produktiv“. Teheran habe zugesagt, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten und Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land zu lassen. US-Vizepräsident JD Vance hatte zuvor erklärt, ein neues Abkommen mit Iran sehe wirtschaftliche Vorteile vor, falls Teheran auf die Anreicherung von Uran verzichte und die Vernichtung seiner Bestände an hoch angereichertem Uran zulasse. Mit dem Rahmenabkommen wollen die USA und Iran vertiefte Gespräche über einen Ausweg aus dem Krieg ermöglichen, insbesondere zum iranischen Atomprogramm.
Ölpreise geben deutlich nach
Nach den ersten Fortschritten bei den Verhandlungen sanken zum Wochenstart die Ölpreise deutlich. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 3,7 Prozent auf bis zu 77,56 Dollar je Barrel; der Preis für US-Leichtöl WTI fiel um knapp drei Prozent auf 74,47 Dollar je Barrel. Zu Handelsbeginn waren die Preise noch auf 82,30 Dollar gestiegen, nachdem US-Präsident Donald Trump mit einer Wiederaufnahme des Kriegs gedroht und Teheran die Schließung der wichtigen Meerenge angekündigt hatte. Die Blockade der Straße von Hormus infolge des Irankriegs hatte den Ölpreis im März zeitweise über 120 Dollar je Barrel getrieben.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Anlagestrategen vom Finanzdienstleister KGI sprachen von einer allgemein positiven Stimmung an den Finanzmärkten zu Beginn der Handelswoche. Allerdings dürften die auf 60 Tage angesetzten Verhandlungen zwischen den USA und Iran auch immer wieder für Preis-Schwankungen am Ölmarkt sorgen. Die vorübergehende Aufhebung der Sanktionen könnte Iran Milliarden einbringen und die Energiemärkte weiter beruhigen, so die Einschätzung von Analysten.



