Ukraine: Drei Tote bei Raketenangriff auf Kiew – Haus eingestürzt
Ukraine: Drei Tote bei Raketenangriff auf Kiew

Bei einem russischen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind in der Nacht drei Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Leiter der städtischen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Wohnhaus im historischen Stadtteil Podil wurde schwer beschädigt. Bürgermeister Witali Klitschko erklärte auf Telegram, dass mehrere Bewohner in den Stockwerken sieben bis neun eingeschlossen seien und unter den Trümmern weitere Opfer vermutet würden.

Massive Luftangriffe auf die Ukraine

Die befürchtete Welle schwerer russischer Luftangriffe hat sich bestätigt. Kurz nach Mitternacht waren in Kiew Alarmsirenen und heftige Explosionen zu hören. In fast allen Landesregionen wurde Luftalarm ausgelöst. Die Angreifer setzten neben zahlreichen Drohnen auch Dutzende Marschflugkörper und Raketen ein. Während die ukrainische Flugabwehr eine hohe Trefferquote gegen Drohnen und Marschflugkörper hat, ist sie gegen ballistische Raketen weitgehend machtlos.

Trump trifft Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels

US-Präsident Donald Trump wird am Mittwoch am Rande des Nato-Gipfels in Ankara mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Dies gab eine Regierungssprecherin bekannt. Ein hochrangiger US-Beamter betonte, keine der Kriegsparteien mache nennenswerte militärische Fortschritte, es entstünden enorme Kosten. „Der Präsident verspürt ein echtes Gefühl der Dringlichkeit, das zu einem Ende zu bringen.“

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Selenskyj warnt vor massiven russischen Angriffen

Selenskyj rechnete im Vorfeld des Nato-Gipfels mit massiven russischen Attacken. Auf Facebook berief er sich auf Geheimdienstinformationen: „Das entspricht ganz Putins Art – unmittelbar nach dem amerikanischen Unabhängigkeitstag und vor dem Nato-Gipfel.“ Er appellierte an die Partner, die Flugabwehr zu unterstützen: „Jede Verzögerung bei der Lieferung von Raketen für Patriot-Systeme kostet Menschenleben und ermutigt Russland, den Krieg fortzusetzen.“

Gegenseitige Angriffe und Schäden

Der ukrainische Generalstab meldete einen Angriff auf den russischen Militärflughafen Gwardejskoje auf der Krim. Zudem wurden zwei Straßenbrücken im Donbass zerstört. In Charkiw töteten russische Drohnen- und Raketenangriffe mindestens einen Menschen und verletzten elf weitere, so Gouverneur Oleh Synjehubow. In Sumy kamen bei einem Gleitbombenangriff vier Menschen ums Leben, darunter ein fünfjähriges Kind und seine Mutter, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit.

Putin und Selenskyj gratulieren den USA

Kremlchef Wladimir Putin gratulierte den USA zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeit und hob die gemeinsame Geschichte als Verbündete in zwei Weltkriegen hervor. Selenskyj zog einen historischen Vergleich: Wie die Amerikaner ihre Unabhängigkeit erkämpft hätten, kämpfe die Ukraine um ihre Freiheit. Er dankte für die US-Unterstützung.

Kanzler Merz telefoniert mit Selenskyj

Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte mit Selenskyj, der über die Folgen der russischen Luftangriffe informierte. Selenskyj dankte für die deutsche Unterstützung, insbesondere bei der Luftverteidigung. Merz bekräftigte, dass sich die Ukraine auf Deutschland verlassen könne.

Gasförderung und Energieinfrastruktur

Ein russischer Drohnenangriff auf eine Gasförderanlage in der Region Poltawa löste ein Feuer aus. Der Betrieb wurde eingestellt. Naftogaz teilte mit: „Der Feind nimmt systematisch Gasförderanlagen ins Visier, um die heimische Produktion zu drosseln und die Vorbereitung auf die Heizperiode zu erschweren.“

Kämpfe um Kostjantyniwka

Das ukrainische Militär bestritt die russische Behauptung, die strategisch wichtige Stadt Kostjantyniwka sei eingenommen worden. Selenskyj nannte dies eine „russische Lüge“. Der Generalstab meldete weiterhin Gefechte in der Stadt. Putin hatte die Eroberung gefeiert und die Evakuierung von Zivilisten angeordnet.

Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen

Die Ukraine griff erneut Ölanlagen bei St. Petersburg mit Drohnen an. Gouverneur Alexander Drosdenko berichtete von 67 abgeschossenen Drohnen. Im Hafen von Wyssozk stürzten Drohnenteile ab. Das russische Verteidigungsministerium gab an, landesweit seien 389 ukrainische Drohnen abgefangen worden. Auf der Krim führten wiederholte Drohnenangriffe zu Stromausfällen in mehr als zehn Bezirken.

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Polen zurückhaltend bei Finanzhilfen

Polens Ministerpräsident Donald Tusk kündigte an, sich beim Nato-Gipfel bei Milliardenzusagen für die Ukraine zurückzuhalten. „Die Ukraine braucht finanzielle Unterstützung, aber Polen muss die Ostgrenze der EU schützen“, sagte er.