US-Präsident Donald Trump hat erstmals öffentlich eingeräumt, sich in die laufende Fußball-Weltmeisterschaft eingemischt zu haben. In einem Interview bestätigte er, dass er persönlich bei Fifa-Präsident Gianni Infantino angerufen habe, um eine Überprüfung der umstrittenen Roten Karte gegen den US-amerikanischen Stürmer Folarin Balogun zu erwirken. „Ich habe Infantino angerufen und ihm gesagt, dass diese Karte nicht richtig war. Unser Spieler wurde ungerecht behandelt“, so Trump wörtlich.
Die Hintergründe der Kontroverse
Die Rote Karte gegen Balogun war im Achtelfinalspiel der USA gegen Mexiko gefallen. Der Schiedsrichter hatte dem Angreifer nach einem Zweikampf die Ampelkarte gezeigt, was in den USA für Empörung sorgte. Trump nutzte daraufhin seine Position, um direkt beim höchsten Fußballfunktionär zu intervenieren. „Ich habe ihm gesagt, dass dies eine Schande für den Fußball ist. Und ich denke, er hat mir zugehört“, fügte der US-Präsident hinzu.
Die Fifa bestätigte auf Nachfrage, dass es ein Telefonat zwischen Trump und Infantino gegeben habe, wollte aber keine Details zum Inhalt nennen. „Der Präsident der Vereinigten Staaten und der Fifa-Präsident haben ein konstruktives Gespräch geführt“, hieß es in einer knappen Stellungnahme. Eine offizielle Überprüfung der Roten Karte durch die Fifa wurde jedoch nicht eingeleitet.
Reaktionen und Kritik
Die Enthüllung löste ein breites Echo aus. Jürgen Klopp, Trainer der US-Nationalmannschaft, zeigte sich verärgert: „Unser Spiel, nicht deren Spiel!“, wetterte der Deutsche gegen die Einmischung von Trump und Infantino. Auch Fußballexperte Marcel Reif kritisierte die Vorgänge scharf: „Fantasie-Summen, heiße Luft, Fremdschämen – das ist, was von dieser Aktion bleibt.“
Der ehemalige Schiedsrichter und heutige Kommentator Thorsten Kinhöfer warnte vor den Folgen: „Wenn sich Politiker in Schiedsrichterentscheidungen einmischen, öffnet das Tür und Tor für Willkür. Das darf nicht sein.“ Die Opposition in den USA forderte derweil eine Untersuchung des Vorgangs. „Alle Despoten haben eines gemeinsam: Sie versuchen, den Sport zu instrumentalisieren“, erklärte ein Sprecher der Demokraten.
Auswirkungen auf die WM
Die USA schieden nach dem Spiel gegen Mexiko aus dem Turnier aus. Balogun selbst äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall. Die Fifa steht nun unter Druck, klare Regeln für die Einflussnahme von Politikern zu schaffen. Infantino selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu dem Telefonat geäußert. Experten sehen in dem Vorgang einen gefährlichen Präzedenzfall für die Zukunft des Fußballs.



