Papst Leo XIV. zeigt sich im Streit mit US-Präsident Trump überraschend versöhnlich
Papst Leo zeigt sich im Streit mit Trump versöhnlich

Papst Leo XIV. sucht Entspannung im Konflikt mit US-Präsident Trump

Im anhaltenden Streit mit US-Präsident Donald Trump hat Papst Leo XIV., das erste Oberhaupt der katholischen Kirche aus den Vereinigten Staaten, überraschend eine versöhnliche Geste gezeigt. Während seiner Afrika-Reise äußerte sich der Papst gegenüber Journalisten im Flugzeug und erklärte, einige seiner vorherigen Aussagen seien falsch interpretiert worden. „Das wurde so aufgefasst, als wolle ich dem Präsidenten widersprechen. Das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht“, betonte Leo XIV. Von Seiten des US-Präsidenten, der den Papst zuvor mit harschen Vorwürfen überzogen hatte, gab es zunächst keine Reaktion auf diese neuen Äußerungen.

Wortgefecht zwischen zwei mächtigen Persönlichkeiten

Der offene Konflikt zwischen dem US-Präsidenten und dem Papst hatte über mehrere Tage hinweg weltweit für Aufsehen gesorgt. Donald Trump, der sich auf seinen christlichen Glauben beruft, hatte dem Papst eine „schreckliche“ Außenpolitik vorgeworfen und ihm geraten, sich auf seine religiöse Rolle zu konzentrieren. Kurz darauf stellte der Präsident vorübergehend ein KI-generiertes Gemälde ins Internet, das ihn selbst als Heiland darstellte. Auch US-Vizepräsident JD Vance, der vor einigen Jahren zum katholischen Glauben konvertierte, äußerte Kritik an Leo XIV.

Der Papst reagierte zunächst mit deutlichen Worten: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung.“ In einer späteren Rede sprach er – ohne Namen zu nennen – von einer „Handvoll Tyrannen, die die Welt zerstören“, was allgemein als Bezug auf Trump verstanden wurde. Nun relativierte Leo XIV. diese Aussagen und erklärte, die entsprechende Rede sei bereits zwei Wochen vor Trumps Äußerungen vorbereitet worden. Dennoch hielt er sie erst zwei Tage nach den kontroversen Kommentaren des Präsidenten.

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Friedensbotschaft im Mittelpunkt

Papst Leo XIV. betonte, sein eigentliches Ziel bleibe die Verbreitung einer Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit. „Viel von dem, was seither geschrieben wurde, war Kommentar auf Kommentar, im Versuch zu interpretieren, was gesagt wurde“, so der Papst. Die evangelikalen und katholischen Christen stellen in den USA eine wichtige Wählergruppe dar, was dem Konflikt zusätzliche politische Brisanz verleiht. Im November stehen in den Vereinigten Staaten die Wahlen zur Halbzeit von Trumps zweiter Amtsperiode an.

Afrika-Reise gerät in den Hintergrund

Durch die öffentliche Auseinandersetzung mit dem US-Präsidenten trat das eigentliche Programm von Leos Afrika-Reise in den Hintergrund. Die elftägige Reise ist die längste seiner fast einjährigen Amtszeit. In der angolanischen Hauptstadt Luanda kritisierte der Papst die anhaltende Ausbeutung des afrikanischen Kontinents durch andere Länder und internationale Konzerne. Leo XIV. verurteilte ein „Entwicklungsmodell, das diskriminiert und ausgrenzt“ und fügte hinzu: „Wie viel Leid, wie viele Tote, wie viele soziale und ökologische Katastrophen werden durch diese Logik der Ausbeutung verursacht!“

Angola, eine ehemalige portugiesische Kolonie, ist reich an Rohstoffen und auch für Deutschland ein wichtiger Wirtschaftspartner, insbesondere als Lieferant von Erdöl und Gas. Trotzdem leben viele der etwa 37 Millionen Einwohner in Armut und leiden unter den Nachwirkungen eines fast drei Jahrzehnte dauernden Bürgerkriegs nach der Unabhängigkeit 1975. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sind Christen, davon etwa die Hälfte Katholiken.

Der Papst kritisierte weiterhin, dass auf Afrika immer noch mit einem Blick geschaut werde, „um etwas zu nehmen“. „Diese Kette von Interessen, die das Leben auf eine Tauschware reduziert, muss durchbrochen werden“, forderte Leo XIV. Aktuell leben in Afrika etwa 290 Millionen Katholiken – inzwischen sogar mehr als in Europa.

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