In knapp einem Jahr wird in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Derzeit tun die Parteien der Mitte alles dafür, dass erstmals der rechte Rassemblement National triumphiert. Eine Kolumne von René Pfister, Paris.
Die politische Mitte in Frankreich
Die politische Mitte in Frankreich steht unter Druck. Statt sich zu sammeln, liefern sich die zentralen Kräfte interne Machtkämpfe. Dies schwächt ihre Position und stärkt die extremen Ränder. Insbesondere der Rassemblement National unter Marine Le Pen profitiert von dieser Zersplitterung.
Wahlkampfhilfe für Le Pen
Indem die Mitte-Parteien sich gegenseitig bekämpfen, betreiben sie unfreiwillig Wahlkampfhilfe für Le Pen. Sie versäumen es, eine geschlossene Front gegen den Rechtsruck zu bilden. Dabei könnte eine geeinte Mitte durchaus erfolgreich sein.
Die Wählerinnen und Wähler sehnen sich nach klaren Alternativen. Stattdessen erleben sie ein Hickhack um Positionen und Personal. Le Pen hingegen präsentiert sich als starke, entschlossene Führungsfigur.
Die Gefahr für die Demokratie
Sollte Le Pen tatsächlich die Präsidentschaft gewinnen, wäre das eine Zäsur für Frankreich und Europa. Ihre nationalistische und EU-skeptische Politik könnte die europäische Integration gefährden. Die Mitte-Parteien tragen eine große Verantwortung, dies zu verhindern.
Es ist höchste Zeit, dass sie ihre Differenzen überwinden und gemeinsam für eine demokratische und weltoffene Alternative kämpfen. Sonst könnte die Wahl im nächsten Jahr tatsächlich mit einem Triumph des Rassemblement National enden.



