Der Iran hat angekündigt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht in die während des Krieges beschädigten Atomanlagen zu lassen. Das gab der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, am Dienstag bekannt. Es gebe keine solchen Pläne und auch kein Protokoll für derartige Inspektionen. Ein Treffen mit IAEA-Chef Rafael Grossi in der Schweiz habe nicht stattgefunden. Der Iran werde jedoch seine Verpflichtungen als Mitglied des Atomwaffensperrvertrags und im Rahmen seines Sicherheitsabkommens mit der IAEA weiterhin erfüllen.
Iranischer Präsident reist zu Verhandlungen nach Pakistan
Der iranische Präsident Massud Peseschkian ist am Dienstag zu Verhandlungen nach Pakistan gereist. Vor seinem Abflug schrieb er auf der Plattform X, dass der Erfolg der Gespräche über ein Ende des Kriegs „von der uneingeschränkten Einhaltung der vereinbarten Verpflichtungen und deren präziser Umsetzung“ abhänge. „Erklärungen, die über den vereinbarten Text hinausgehen, tragen nicht zum Fortschritt der Verhandlungen bei.“ Pakistan ist einer der Vermittler in den Gesprächen zwischen dem Iran und den USA, die in den vergangenen Tagen in der Schweiz stattfanden.
Iran meldet mehr als 3.500 Kriegstote
Im Iran sind im Zuge der Angriffe der USA und Israels nach Angaben der Justiz 3.519 Menschen getötet worden. Justizsprecher Asghar Dschahangir nannte der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna am Montag neueste Zahlen der Gerichtsmedizin. Mitte April hatte die iranische Gerichtsmedizin bereits 3.375 Tote gemeldet, darunter 496 Frauen sowie 383 Kinder und Minderjährige. Die neuen Angaben weisen 517 getötete Frauen aus, Zahlen zu Kindern wurden nicht mitgeteilt. Die meisten Opfer gab es in Teheran, Isfahan und der Küstenprovinz Hormusgan. Die tatsächliche Zahl könnte deutlich höher liegen.
US-Energieminister: Ölverkehr wie vor dem Krieg – Daten widersprechen
US-Energieminister Chris Wright hat behauptet, der Ölverkehr durch die Straße von Hormus sei wieder auf Vorkriegsniveau. Daten des Analyseunternehmens Kpler widersprechen dieser Darstellung allerdings. Präsident Donald Trump erklärte, aus der Straße von Hormus „fließe viel Öl heraus“, und sprach von einem Rekord beim Öltransport vor zwei Tagen. Laut Kpler treffen keine dieser Aussagen zu.
Irans Chefunterhändler: Straße von Hormus unter iranischer Kontrolle
Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf hat die iranische Kontrolle über die Straße von Hormus bekräftigt. Nach dem Ende der ersten Gesprächsrunde in der Schweiz sagte er gegenüber iranischen Staatsmedien, die Meerenge werde von Iran verwaltet und solle internationalen Gesetzen folgen. „Hoffentlich können wir die Passage wieder aktivieren und den Wohlstand für die regionale und globale Wirtschaft zurückbringen.“ Zudem bestätigte Ghalibaf, dass bei den Gesprächen mit den USA die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und der Verkauf iranischen Öls thematisiert wurden.
Israelische Führung: Keine Kompromisse bei Sicherheitszone im Südlibanon
Israel will die Sicherheitszone im Südlibanon nach Angaben von Regierung und Militär aufrechterhalten. In einer gemeinsamen Erklärung nach einer Sicherheitsberatung hieß es, die Armee werde weiterhin vorgehen, um Bedrohungen zu „neutralisieren“ und die Infrastruktur von Extremisten zu zerstören. Die Sicherheit der israelischen Bürger und Streitkräfte werde „ohne Kompromisse ihr leitendes Prinzip bleiben“.
Trump kritisiert vor Rutte-Besuch europäische Nato-Partner
US-Präsident Donald Trump hat kurz vor einem Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Washington mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Die USA hätten über Jahre enorme Summen für den Schutz Europas ausgegeben, sagte Trump im Weißen Haus. Als Washington selbst Hilfe gegen den Iran erbeten habe, seien wichtige Partner nicht für die Vereinigten Staaten da gewesen. Trump nannte Großbritannien, Deutschland und Italien: „Wir haben sie gebeten zu kommen, und sie waren nicht für uns da.“ US-Regierungsvertreter hatten Nato-Verbündeten bereits zuvor mehrfach vorgeworfen, die USA im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben.
Trump: Respekt entscheidend für Lösung im Iran-Krieg
Trump hob die Fortschritte in den Verhandlungen mit dem Iran hervor und verwies auf die Bedeutung gegenseitigen Respekts. „Solange sie uns respektieren – ich möchte nicht das Wort Angst verwenden, weil das unpassend ist –, solange sie uns respektieren, werden wir keine Probleme haben“, sagte er am Montag im Oval Office. Die Gespräche unter Leitung von US-Vizepräsident JD Vance sollen eine Grundlage für eine mögliche endgültige Einigung schaffen.
Datenanalyse: Schiffe verkehren in Straße von Hormus
Am Wochenende durchquerten Dutzende Schiffe die Straße von Hormus. Laut Kpler wurden 71 Durchfahrten bestätigt, allein 35 am Samstag. Vor dem Krieg passierten durchschnittlich 100 bis 130 Schiffe pro Tag die Meerenge. Die wichtigste Route ist weiterhin nicht freigegeben und gilt als vermint. Schiffe nutzen eine nördliche Route durch iranische Gewässer und eine Südroute durch omanische Gewässer.
Iran: Freigabe von 12 Milliarden Dollar unterschrieben
Der Iran erklärte, bei den jüngsten Gesprächen in der Schweiz seien die Unterschriften für die Freigabe von zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Guthaben gesetzt worden. Zudem hätten beide Seiten einen Kommunikationsweg für Schiffsdurchfahrten in der Straße von Hormus vereinbart, um Konflikte zu vermeiden.
Iran: Keine Verhandlungen über Atomprogramm bei Treffen mit USA
Der Iran verhandelt nach eigenen Angaben bei den Gesprächen mit den USA in der Schweiz nicht über sein Atomprogramm und geht keine neuen Verpflichtungen ein, meldete die staatliche Nachrichtenagentur IRNA. Die Zusammenarbeit mit der IAEA werde im Rahmen der bestehenden Verfahren fortgesetzt, dies stehe unter Vorbehalt der Zustimmung des iranischen Parlaments und des Obersten Nationalen.
Mehrere Tote nach Explosion an Gasanlage in Katar
Bei einer Explosion und einem Brand an der Gasanlage Ras Laffan in Katar sind 13 Arbeiter ums Leben gekommen, 66 Menschen wurden verletzt. Energiestaatsminister Saad al-Kaabi sagte, es handle sich um einen Unfall, Hinweise auf Sabotage gebe es nicht. Der Vorfall ereignete sich am Vorabend gegen 22.30 Uhr Ortszeit.
Rubio wirbt am Golf für Iran-Abkommen – Golfstaaten sehen Abkommen kritisch
US-Außenminister Marco Rubio reist in die VAE, nach Kuwait und Bahrain, um für das vorläufige Iran-Abkommen zu werben. Mehrere Golfstaaten sehen die Absichtserklärung kritisch, da sie einen 300 Milliarden Dollar schweren Wiederaufbaufonds für Teheran vorsieht und das iranische Raketenprogramm ausklammert.
USA erlauben Verkauf von iranischem Öl
Das US-Finanzministerium erteilte eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte bis zum 21. August, die Produktion, Lieferung und Verkauf von Rohöl, petrochemischen Produkten und Erdölprodukten iranischen Ursprungs umfasst. Die Genehmigung beinhaltet auch den Import in die USA. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind ausgeschlossen.
Tanker-Verkehr durch Straße von Hormus zieht an
Nach einer Flaute am Sonntag belebte sich der Tankerverkehr leicht. Zwei Rohöltanker mit knapp zwei Millionen Barrel Öl durchfuhren die Meerenge, zudem zwei Supertanker mit bis zu vier Millionen Barrel. Der Verkehr macht jedoch nur einen Bruchteil der durchschnittlich 125 Schiffspassagen vor Kriegsbeginn aus.
Vance nennt Iran-Gespräche gute Grundlage für Abkommen
US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Gespräche mit dem Iran als gute Grundlage für ein erfolgreiches Abkommen. „Wir haben das Haus noch nicht gebaut, aber wir haben ein erfolgreiches Fundament geschaffen“, sagte er. Vance deutete an, dass die US-Regierung der Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte zustimmen könnte, sofern die Mittel für den Kauf von amerikanischem Soja, Mais und Weizen verwendet würden.
Vance: Iran will Atominspektionen zulassen
Nach Vances Worten hat der Iran in den Verhandlungen zugestimmt, wieder Atominspektionen zuzulassen. Zudem habe Teheran Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Waffenruhen akzeptiert. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.
Libanons Präsident berät mit US-Vizepräsident Vance über Waffenruhe
Libanons Präsident Joseph Aoun beriet mit Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe. An dem Telefonat nahmen auch Jared Kushner und der katarische Ministerpräsident teil. Die Feuerpause zwischen der Hisbollah und Israel ist zentral für einen Friedensschluss.
Irans Außenminister sieht „wesentliche Fortschritte“ nach Gesprächen
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi lobte Pakistan und Katar für ihre Vermittlung und erklärte auf X, es seien wesentliche Fortschritte erzielt worden. Die Vermittler würdigten „ermutigende Fortschritte“.
Iranische Rohölexporte über die Straße von Hormus steigen an
Der Iran erhöhte die Menge an Rohöl, die offen durch die Straße von Hormus transportiert wird, auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Rund sechs Millionen Barrel iranisches Rohöl befinden sich an Bord von drei Supertankern, die in die Meerenge einfuhren.
Katar meldet Explosion bei Neustart von LNG-Anlage
Bei einem Zwischenfall während der Wiederinbetriebnahme des Industriekomplexes Ras Laffan in Katar starben 13 Menschen, Dutzende wurden verletzt. Die Explosion traf die Gasversorgungsanlage Barzan. Ob die LNG-Produktion beeinträchtigt wird, ist unklar.
Vermittler: Iran-Gespräche gehen auf Arbeitsebene weiter
Nach dem Auftakt der Gespräche in der Schweiz sollen Beratungen auf Arbeitsebene folgen. Ziel ist es, innerhalb von 60 Tagen ein finales Abkommen zu erreichen. Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und Sanktionen sind geplant. Ein Gesprächskanal für die Straße von Hormus und ein Forum für die Waffenruhe im Libanon wurden eingerichtet.
Iran: Einigung auf Mechanismus für Schifffahrt in Straße von Hormus
Bei den Gesprächen in der Schweiz wurde nach iranischen Angaben ein Mechanismus für die sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus vereinbart. Die Arbeit der Verhandlungsdelegation sei nach 18 Stunden abgeschlossen, technische Teams setzen ihre Arbeit fort.
Schiffsverkehr in Straße von Hormus bricht nach Iran-Blockade wieder ein
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus brach nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch ein. Lediglich fünf Schiffe durchquerten die Meerenge am Sonntag, verglichen mit 26 am Vortag, so Kpler.
Berichte: Protest der iranischen Delegation nach Trump-Drohungen
Die iranische Delegation in Bürgenstock legte Protest gegen Drohungen von Trump ein. Laut iranischen Medien prüfe die Abordnung eine angemessene Reaktion. Das Treffen zwischen Iran, USA, Pakistan und Katar wurde für interne Beratungen unterbrochen.



