Iran und USA: Entwurf für Abkommen zur Kriegsbeendigung veröffentlicht
Iranische Medien haben am Freitag einen Entwurf für ein Abkommen zwischen dem Iran und den USA zur Beendigung des Krieges veröffentlicht. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete, dass die Absichtserklärung eine „dauerhafte und sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich im Libanon“ vorsehe. Zudem seien 60 Tage für Verhandlungen über Atomfragen und die vollständige Aufhebung der US-Sanktionen vorgesehen. Unter Berufung auf iranische Verhandlungskreise teilte Mehr mit, dass der Entwurf die Freigabe von 24 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern während der abschließenden Verhandlungsphase vorsehe. Die Hälfte dieses Betrags solle dem Iran vor Beginn der Gespräche zur Verfügung gestellt werden.
Trump sagt geplante Angriffe ab
US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstagabend geplante Angriffe und Bombardierungen gegen den Iran abgesagt und dies mit deutlichen Fortschritten bei den Verhandlungen begründet. Zugleich erklärte er, es sei eine „großartige Vereinbarung“ für ein Ende des Krieges erzielt worden, was Teheran jedoch bestritt. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die Gespräche seien auf die höchste Ebene der iranischen Führung getragen und dort gebilligt worden. Die Seeblockade bleibe bis zum Abschluss der Transaktion in Kraft. Die halbstaatliche iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete unter Berufung auf einen Insider, der Iran habe bislang keinen Text für eine vorläufige Absichtserklärung gebilligt.
Bundesregierung sieht Chance auf US-Iran-Abkommen
Die Bundesregierung sieht Insidern zufolge die Chance auf eine Verständigung zwischen den USA und dem Iran. In deutschen Regierungskreisen heißt es, die letzten Tage hätten Fortschritte gebracht. Bei der diplomatischen Arbeit könne sich Präsident Trump weiter auf die deutsche Unterstützung verlassen. In den entscheidenden Punkten seien sich die G7-Staats- und Regierungschefs einig, die sich ab Montag zu einem Gipfel im französischen Evian treffen. Iran dürfe sich nicht nuklear bewaffnen und die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus müsse wieder gewährleistet werden.
Bundesbank: Deutsche Wirtschaft erholt sich wegen Iran-Krieg erst 2028
Die Bundesbank traut der deutschen Wirtschaft wegen der Folgen des Iran-Kriegs erst 2028 wieder spürbares Wachstum zu. Im laufenden Jahr bleibe der Konjunktur allein wegen der staatlichen Mehrausgaben ein Abrutschen in eine vorübergehende Rezession erspart, heißt es in der am Freitag veröffentlichten halbjährlichen Prognose. Die Bundesbank geht davon aus, dass das unbereinigte Bruttoinlandsprodukt 2026 um 0,7 Prozent steigt, 2027 um 0,9 Prozent anzieht und 2028 um weitere 1,2 Prozent zulegt.
Iran: Verhandlungstext überwiegend finalisiert
Nachdem Trump ein baldiges Rahmenabkommen mit dem Iran in Aussicht gestellt hatte, spricht auch die Islamische Republik von einem möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert, sagte der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai. Zugleich drückte Baghai erneut fehlendes Vertrauen Teherans in Washington aus. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, das Abkommen sei bisher nicht endgültig bestätigt. Es handle sich um einen 14 Punkte umfassenden Text. Mit dem Rahmenabkommen könnte die für den Handel wichtige Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet werden.
Drei Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind am Donnerstag drei Menschen getötet worden. Die Angriffe erfolgten während neuer Bemühungen von Vermittlern, eine brüchige Waffenruhe zu festigen. Insidern zufolge stocken Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Bei den Gesprächen unter Vermittlung von Ägypten, Katar und der Türkei geht es um die Umsetzung der zweiten Phase eines US-Plans. Hauptstreitpunkt sei die Entwaffnung der Hamas. Seit Beginn der Waffenruhe im Oktober wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden mehr als 950 Menschen getötet.
Israel: Haben Zusicherung von Trump zu US-Iran-Deal bekommen
Die israelische Regierung hat nach eigenen Angaben von Washington die Zusicherung bekommen, dass israelische Sicherheitsinteressen bei einem späteren Deal berücksichtigt werden. Das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, Trump habe zugesagt, dass ein endgültiges Abkommen mit Teheran die Entfernung des vom Iran angereicherten Urans sowie den Abbau der iranischen Anlagen zur Urananreicherung umfassen werde. Trump habe Netanjahu auch zugesichert, dass eine Vereinbarung Irans Herstellung von Raketen einschränken sowie Teherans Unterstützung seiner Stellvertreter in der Region beenden werde. Israel sei an den Verhandlungen nicht beteiligt.
Scharmützel in der Straße von Hormus
Das US-Militär hat einem Insider zufolge zwei iranische Angriffsdrohnen abgeschossen. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge laufe weiter, erklärte der Insider. Der Iran versuche offenbar, Handelsschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus anzugreifen. Iranische Streitkräfte haben Staatsmedien zufolge einen Öltanker an der Durchfahrt gehindert. Die iranische Militärführung hatte am Donnerstag die Schließung der Meerenge für Öltanker und Handelsschiffe bekanntgegeben und gedroht, auf jedes Schiff zu feuern, das eine Durchfahrt versuche.
Trump: Iran-Einigung vielleicht am Wochenende
US-Präsident Donald Trump hat erneut Hoffnungen auf ein Rahmenabkommen zwischen USA und dem Iran geweckt und als Ort für eine mögliche Unterzeichnung Europa ins Spiel gebracht. Dokumente würden noch finalisiert, sagte Trump im Oval Office. Wahrscheinlich werde es eine Unterzeichnung geben – vielleicht in Europa. Trump feiert am Sonntag in Washington seinen 80. Geburtstag. Danach will er zum G7-Gipfel nach Frankreich fliegen.
Irans Verhandlungsführer Ghalibaf warnt USA vor „endlosem Sumpf“
Teherans Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammad Bagher Ghalibaf hat die USA bei „impulsiven“ Entscheidungen im Iran-Krieg vor einem „endlosen Sumpf“ gewarnt. „Unangemessene Strategien und impulsive Entscheidungen werden die gesamte Lage zum Schlechten wenden, die Energieinfrastruktur zerstören, die Märkte zum Einsturz bringen und euch in einen endlosen Sumpf stürzen, aus dem ihr jahrelang nicht herauskommen werdet“, erklärte Ghalibaf auf X. Zugleich drohte er: „Ihr werdet einen anderen Iran kennenlernen.“
Zehn Klinikmitarbeiter bei Angriff auf libanesische Stadt Tyros verletzt
Bei einem israelischen Angriff auf die libanesische Stadt Tyros sind zehn Mitarbeiter eines Krankenhauses verletzt worden. Das Ziel des Angriffs habe sich rund 15 Meter von dem Hiram-Krankenhaus entfernt befunden, sagte Klinik-Chef Salman Aidibi. Es sei bereits das sechste Mal seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah, dass das Umfeld der Klinik Ziel von israelischen Angriffen geworden sei.
EU-Außenbeauftragte Kallas fordert diplomatische Lösung
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert angesichts der jüngsten Eskalation eine diplomatische Lösung. Sie habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi gesprochen, teilte Kallas auf X mit. Die wiederaufgenommenen Angriffe auf die Golfstaaten und ihre kritische Infrastruktur seien inakzeptabel. Der diplomatische Weg bleibe der beste Ausweg aus diesem Krieg.
US-Militär greift erneut Tanker an
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben erneut einen Tanker im Golf von Oman angegriffen, der versucht haben soll, iranisches Öl zu transportieren. Beschossen worden sei der Maschinenraum des Schiffes „Jalveer“, das unter der Flagge von Guinea-Bissau fahre. Die Besatzung habe wiederholt Anweisungen der US-Streitkräfte missachtet. Es ist bereits das dritte Mal binnen weniger Tage, dass das US-Militär Tanker außer Gefecht setzt. Alle 20 indischen Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit.
EZB erwartet wegen Krieg mehr Inflation und weniger Wachstum
Die Europäische Zentralbank rechnet wegen des Iran-Kriegs mit mehr Inflation und weniger Wirtschaftswachstum im Euroraum. Im wahrscheinlichsten Szenario erwartet die Notenbank für dieses Jahr eine Teuerungsrate von durchschnittlich 3,0 Prozent. Noch im Dezember war die EZB für 2026 von einer Inflationsrate von 1,9 Prozent ausgegangen. Auch im Jahr 2027 erwartet die EZB nun mit 2,3 Prozent eine Inflationsrate über ihrem Mittelfristziel.
Trump droht mit „vollständiger Kontrolle“ über Irans Öl
US-Präsident Donald Trump hat mit der Übernahme der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg gedroht. „Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft“ werde man die Insel und andere Öl-Infrastrukturpunkte übernehmen und die „vollständige Kontrolle“ über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen, schrieb der Republikaner auf Truth Social. In einem TV-Interview erklärte Trump, er habe schon die ganze Zeit präferiert, Charg einzunehmen. Man könnte damit ein Vermögen verdienen.
Drei indische Seeleute bei US-Militäreinsatz getötet
Bei einem US-Militäreinsatz zur Festsetzung eines Tankers vor der Küste des Oman sind drei indische Seeleute ums Leben gekommen. Dies bestätigt der indische Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal. Es sind die ersten gemeldeten Todesfälle seit Beginn der US-Blockade gegen Schiffe mit Verbindungen zum Iran am 13. April. Im Zuge dieser Einsätze haben die USA acht Schiffe manövrierunfähig gemacht und mehr als 100 weitere abgedrängt.



