Der 1. FC Köln reagiert auf den erneuten Rückschlag im Kampf um den dringend benötigten Ausbau der Trainingsanlage am Geißbockheim und geht in die Offensive. Präsident und Immobilien-Experte Jörn Stobbe (60) macht der Stadt und Politik Druck und gibt trotz aller Hürden ein konkretes Bauversprechen für 2027 ab.
Rückschlag vor Gericht
Die ursprünglichen Ausbaupläne des Bundesligisten direkt am Geißbockheim, die drei Trainingsplätze und ein Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) vorsehen, sind spätestens seit Mittwoch in weite Ferne gerückt. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte den Verhandlungstermin zur Klärung der Pläne aufgrund einer erneuten Last-Minute-Eingabe einer Bürgerinitiative abgesagt. Das Thema ist damit für Monate, wenn nicht gar Jahre, vom Tisch. Der FC ist jedoch vorbereitet.
Plan B: NLZ und Satellitenplätze
Stobbe zieht Plan B und setzt kurz- und mittelfristig auf den Bau des NLZ direkt am Geißbockheim sowie auf die Lösung mit Satellitenplätzen anderer Vereine in der nahen Umgebung. Diese Plätze will der FC umrüsten, modernisieren und dann für seine Nachwuchsteams (Jungen und Mädchen) nutzen.
NLZ-Spatenstich im Frühjahr 2027
Stobbe stellt klar: „Wir stehen jetzt nicht wie der Hase vor der Schlange, sondern werden aktiv. Wir bauen dieses wunderschöne Nachwuchsleistungszentrum. Die Pläne dafür sind fertig. Die Baugenehmigung liegt vor. Und der Spatenstich erfolgt spätestens im Frühjahr 2027. Und ich traue mich auch zu sagen, dass wir dann auch auf jeden Fall zwei zusätzliche Trainingsplätze haben werden.“
Von Entmutigung, Frust oder Ernüchterung ist keine Spur beim Köln-Boss. Seine Aussagen sind nach zwölf Jahren vergeblicher Ausbauplanung beim FC allerdings verdammt mutig, und Stobbe weiß, dass er sich am Ende daran wird messen lassen müssen. Zur Umsetzung benötigt er in jedem Fall die Unterstützung von Stadt und Politik sowie Mehrheiten im Rat für drei zusätzliche Satellitenplätze, da der FC zunächst einen eigenen Platz durch den NLZ-Bau verlieren wird.
Stobbes Erwartungen an die Stadt
Stobbe macht Druck: „Wir erwarten jetzt, dass wir mit der Verwaltung konkrete Plätze besprechen. Die Uhr tickt, und wir platzen aus allen Nähten. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass wir die nötigen Plätze bekommen. Der Wille, den FC bei diesem Problem zu unterstützen, ist da, und wir werden alle damit überraschen, dass wir es hinkriegen.“
Konkret geht es unter anderem um zwei Plätze bei Blau-Weiß Köln am Fort Deckstein (Militärringstraße). Nach Informationen dieser Redaktion soll das FC-Thema am 2. Juli auf die Tagesordnung der letzten Ratssitzung vor den Ferien kommen. Stobbe hofft auf einen Durchbruch, macht aber klar, dass der FC beim Bau des NLZ nicht auf eine Entscheidung warten wird. Stobbe: „Bisher wurde beim FC immer gesagt, man bräuchte zuerst die Plätze und könne dann bauen. Das war ein Fehler. Jetzt sagen wir: Wir bauen sofort!“



