Der Iran hat angekündigt, die Straße von Hormus dauerhaft zu verwalten. Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte laut der Nachrichtenagentur Irna: „Die Straße von Hormus wird niemals in den Zustand vor dem Krieg zurückkehren, sondern im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen Republik Iran verwaltet werden.“ Die Ankündigung erfolgte nach Verhandlungen mit den USA in der Schweiz.
USA und Iran vereinbaren Arbeitsgruppen
Bei den Gesprächen im Luxusresort Bürgenstock einigten sich beide Seiten auf die Einrichtung von vier Arbeitsgruppen. Zwei Gruppen befassen sich mit dem iranischen Atomprogramm und der Aufhebung von Sanktionen, zwei weitere mit Wiederaufbau und wirtschaftlicher Entwicklung sowie Überwachung und Umsetzung, berichtete Irna unter Berufung auf Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi. Die US-Delegation wurde von Vizepräsident JD Vance angeführt, die iranische von Ghalibaf.
Vance erklärte, der Iran habe zugestimmt, wieder Atominspektionen zuzulassen und Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte sowie die Einhaltung von Waffenruhen zu schaffen. Zudem sei ein Mechanismus vereinbart worden, um die Straße von Hormus offen zu halten. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.
Schiffsverkehr bricht nach Blockade-Drohung ein
Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ist nach der erneuten Blockade-Erklärung des Iran drastisch eingebrochen. Laut der Analysefirma Kpler durchquerten am Sonntag nur fünf Schiffe die Meerenge, verglichen mit 26 am Vortag. Vor dem Kriegsausbruch passierten im Schnitt 120 Schiffe pro Tag die Straße, so das Fachmagazin „Lloyd’s List“. Trotz der Drohungen blieb die Meerenge nach Angaben von Kpler-Sprecher Nikos Pothitakis aber befahrbar. Viele Schiffe wichen auf von Teheran genehmigte Routen aus oder schalteten ihre Transponder aus.
Freigabe von 12 Milliarden Dollar iranischer Guthaben
Der Iran erklärte, bei den Gesprächen in der Schweiz sei die Freigabe von zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Guthaben unterschrieben worden. Zudem einigten sich beide Seiten auf einen Kommunikationsweg für Schiffsdurchfahrten in der Straße von Hormus, um Konflikte zu vermeiden.
Das US-Finanzministerium erteilte eine vorübergehende Generallizenz für iranische Ölprodukte bis zum 21. August. Diese erlaubt die Produktion, Lieferung und den Verkauf von Rohöl sowie petrochemischen und Erdölprodukten iranischen Ursprungs, einschließlich Import in die USA. Transaktionen mit Nordkorea oder Kuba sind ausgeschlossen.
Iran: Keine Verhandlungen über Atomprogramm
Der Iran betonte, bei den Gesprächen mit den USA nicht über sein Atomprogramm zu verhandeln und keine neuen Verpflichtungen einzugehen. Die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) werde im Rahmen bestehender Verfahren fortgesetzt, vorbehaltlich der Zustimmung des iranischen Parlaments und des Obersten Nationalen Sicherheitsrats.
Trump kritisiert europäische Nato-Partner
US-Präsident Donald Trump kritisierte vor dem Besuch von Nato-Generalsekretär Mark Rutte mehrere europäische Verbündete, darunter Großbritannien, Deutschland und Italien, für mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg. Die USA hätten enorme Summen für den Schutz Europas ausgegeben, aber als Washington Hilfe erbeten habe, seien wichtige Partner nicht da gewesen. Trump stellte amerikanische Sicherheitszusagen für Europa indirekt infrage.
Libanon und Israel nehmen Verhandlungen in Washington auf
Hochrangige Vertreter Israels und des Libanons wollen am Dienstag eine neue Verhandlungsrunde in Washington starten, um ein umfassendes Friedens- und Sicherheitsabkommen voranzubringen. Es ist die fünfte Runde seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz, die an den Gesprächen nicht beteiligt ist. Die Waffenruhe wird von der Hisbollah nicht anerkannt.
Libanons Präsident Joseph Aoun beriet mit US-Vizepräsident Vance über die Aufrechterhaltung der brüchigen Waffenruhe. Aoun betonte die Souveränität des Libanon: „Wir sind ein souveräner Staat, und niemand verhandelt in unserem Namen.“ Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei und bemüht sich um Deeskalation.
Syrien plant keinen Militäreinsatz im Libanon
Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa erklärte, Syrien plane keinen Militäreinsatz im Libanon, trotz wiederholter Andeutungen von US-Präsident Trump. Man suche nach wirtschaftlichen Kanälen zwischen beiden Ländern. Trump hatte mehrfach eine mögliche Beteiligung Syriens erwähnt und gesagt, er sei „kurz davor, es an Syrien zu übergeben“. Al-Scharaa wies dies als Spekulation zurück.
Landminen der Huthi: Vier Kinder im Jemen getötet
Bei der Explosion einer Landmine im Süden des Jemen wurden vier Kinder getötet und neun weitere verletzt. Die Mine stammte mutmaßlich von den mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen. Der Gouverneur der Provinz Dhale rief zu verstärkten Minenräumungsbemühungen auf. Nach Schätzungen der jemenitischen Regierung haben Huthi-Kämpfer seit 2014 rund zwei Millionen Sprengkörper verlegt.
Israel: Volle Handlungsfreiheit im Süden des Libanon
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, die israelischen Streitkräfte hätten „volle Handlungsfreiheit“, um gegen jede Bedrohung im Süden des Libanon vorzugehen. Die Soldaten blieben so lange stationiert, wie nötig. Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen.
Berichte: Schülerin bei Luftangriff in Gaza getötet
Bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt wurde nach palästinensischen Angaben eine Schülerin getötet. Die israelische Armee teilte mit, sie habe ein Mitglied des militärischen Flügels der Hamas angegriffen. Palästinensische Augenzeugen berichteten, das Fahrzeug sei mit vier Raketen angegriffen worden, die Insassen seien entkommen, die Schülerin jedoch getroffen worden.
Palästinensische Medien: Israel hält Leichen von Jugendlichen zurück
Israelische Behörden halten die Leichen von zwei palästinensischen Jugendlichen zurück, die nahe einer Siedlung im Westjordanland erschossen wurden. Der Armee zufolge hatten sie Molotowcocktails auf die Siedlung geworfen. Die beiden wurden getötet, eine dritte Person „neutralisiert“.



