Iran: Straße von Hormus nur auf festgelegten Routen sicher – IMO stoppt Evakuierung
Iran: Nur festgelegte Routen in Straße von Hormus sicher

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat die Evakuierung von Schiffen durch die Straße von Hormus vorläufig gestoppt, nachdem am 25. Juni 2026 ein Frachtschiff im Golf von Oman angegriffen wurde. IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez erklärte, der Angriff habe sich gegen ein Schiff gerichtet, das nicht am Evakuierungsplan der Organisation teilnahm. Die Sicherheit der Seeleute habe oberste Priorität, weshalb der Plan bis zur Klärung der Lage ausgesetzt werde.

Iranische Behörde warnt vor nicht genehmigten Routen

Die für den Persischen Golf zuständige iranische Behörde PGSA bekräftigte auf X, dass Durchfahrten durch die Straße von Hormus nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Andere Routen seien nicht durch die Garantie sicherer Passagen abgedeckt. „Jegliche Konsequenzen infolge der Befahrung nicht genehmigter Routen liegen in der alleinigen Verantwortung des Schiffseigners, des Charterers und des Kapitäns“, hieß es. Zudem berechtige die Nutzung anderer Routen nicht zu Versicherungsschutz oder Haftungsansprüchen.

Nach Angaben des internationalen Schifffahrtsverbandes Bimco handelte es sich bei dem angegriffenen Schiff um ein Handelsschiff, das die Straße von Hormus unter Nutzung der Küstenverkehrszone vor Oman durchfuhr. US-Medien berichten, das Frachtschiff sei unter singapurischer Flagge gefahren und von einer iranischen Drohne getroffen worden. Die iranischen Revolutionswächter hätten den Angriff ausgeführt, zitierten US-Beamte die „Washington Post“.

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Hintergrund: Blockade und Rahmenabkommen

Die Straße von Hormus war wochenlang faktisch blockiert, nachdem Iran mit Drohungen und Angriffen auf zivile Schiffe begann und die USA iranische Häfen blockierten. Vorausgegangen waren amerikanisch-israelische Angriffe auf Iran. Inzwischen haben sich Washington und Teheran vorläufig auf ein Ende der Kampfhandlungen geeinigt. Die Öffnung der Meerenge für die Schifffahrt ist zentraler Bestandteil dieses Rahmenabkommens.

Iran verlangt von allen Schiffen eine Beantragung der Durchfahrt. Nach Ablauf der im Abkommen genannten 60 Tage will das Land Gebühren für die Passage erheben. Die IMO hatte am 24. Juni angekündigt, mehr als 11.000 Seeleute aus der Region zu evakuieren. Am ersten Tag passierten erste Schiffe die Meerenge, allein am Mittwoch wurden über 60 Durchfahrten gezählt – in den Wochen zuvor waren es täglich kaum mehr als zehn.

Reaktionen und Ausblick

Die Revolutionswächter hatten bereits am Vormittag des 25. Juni mitgeteilt, dass Passagen nur auf iranisch festgelegten Routen sicher seien. Die PGSA präzisierte am Abend, dass Abweichungen von diesen Routen zu keinerlei Versicherungsschutz oder Haftungsansprüchen führten. Die IMO pausiert ihren Evakuierungsplan, bis weitere Klarheit über die Sicherheitslage herrscht. Dominguez betonte, dass ein koordinierter Ansatz und die Sicherheit der Navigation gewährleistet werden müssten.

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