Ungarns Fidesz hält trotz Wahlschlappe an Orbán fest
Fidesz hält trotz Wahlschlappe an Orbán fest

Viktor Orbán bleibt an der Spitze der ungarischen Partei Fidesz. Auf einem Parteitag am Samstag wurde der ehemalige Ministerpräsident ohne Gegenkandidaten für ein weiteres Jahr als Vorsitzender bestätigt. Dies geschah trotz der klaren Niederlage seiner Partei bei der Parlamentswahl am 12. April gegen die Mitte-rechts-Partei Tisza.

Orbán gibt nicht auf

Nach der deutlichen Wahlniederlage stand Orbáns politische Zukunft infrage. Einige frühere Vertraute hatten ihn zum Rückzug aufgefordert. In seiner 16-jährigen Amtszeit war öffentliche Kritik dieser Art unüblich gewesen. Dennoch stimmten 729 von 737 Delegierten auf dem Fidesz-Parteitag für Orbáns Wiederwahl, wie die staatliche Nachrichtenagentur MTI berichtete. Es gab keine Gegenkandidaten.

„Ich gebe nicht auf, ich gebe niemals, niemals, niemals, niemals, niemals auf“, sagte Orbán in einer Rede vor der Abstimmung. Er übernehme die volle Verantwortung für die Wahlniederlage und kündigte an, die Partei umgestalten zu wollen. Fidesz sei 16 Jahre lang eine „fantastische Regierungspartei“ gewesen, müsse sich nun aber wandeln, um eine funktionsfähige Oppositionspartei zu werden, die auf eine erneute Regierungsmehrheit hoffen könne.

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Wahlausgang und Umfragen

Bei der Wahl im April errang die Tisza-Partei von Ministerpräsident Péter Magyar eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Dies reicht aus, um Orbáns Verfassungsänderungen rückgängig zu machen. Seit der Wahl hat Fidesz laut Meinungsumfragen weiter an Unterstützung verloren. Eine Umfrage des Publicus-Instituts vom Mai zeigte, dass Tisza auf 55 Prozent Zustimmung kam – ein Anstieg gegenüber den 53 Prozent bei der Wahl – während die Unterstützung für Fidesz von 39 auf 17 Prozent fiel.

Orbán betonte in seiner Rede, dass er die Partei erneuern wolle, um wieder mehr Wähler zu gewinnen. Die Delegierten zeigten sich mehrheitlich hinter ihrem langjährigen Führer geschlossen. Ob Orbán damit die Wende für Fidesz einleiten kann, bleibt abzuwarten.

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