Der neue Co-Parteivorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, sorgt mit einer drastischen Aussage über die CDU für einen politischen Eklat. In einem Interview mit der „Bild“-Zeitung kurz vor seiner Wahl am Samstag sagte Pantisano: „Letztlich gibt es auch gerade gar keinen Unterschied zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst.“ Diese Gleichsetzung rief umgehend scharfe Reaktionen von Politikerinnen und Politikern anderer Parteien hervor.
Ricarda Lang: Gleichsetzung ist „geschichtsvergessen“
Die ehemalige Grünen-Parteivorsitzende Ricarda Lang äußerte sich auf der Plattform X empört über Pantisanos Äußerungen. „Die Gleichsetzung von CDU und AfD ist inhaltlich falsch, geschichtsvergessen und mit Blick auf die Verteidigung der Demokratie gefährlich“, schrieb sie am Sonntag. Sie betonte damit die historische Verantwortung, die eine solche Wortwahl mit sich bringe, und warnte vor den Konsequenzen für den demokratischen Diskurs.
Daniel Günther: „Disqualifiziert für jeden demokratischen Austausch“
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) reagierte ebenfalls mit deutlichen Worten. „Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert“, sagte Günther der „Bild“-Zeitung vom Montag. Er nannte die Aussage „geschichtsvergessen“ und stellte klar: Jemand wie Pantisano könne „für Demokratinnen und Demokraten kein Ansprechpartner sein“. Günther legte Pantisano indirekt den Rücktritt nahe: Er solle sich „schnellstmöglich aus der Politik verabschieden“. Diese Forderung unterstreicht die Schwere des Vorwurfs aus Sicht der CDU.
CDU-Generalsekretär Linnemann: „Disqualifiziert sich für jede politische Verantwortung“
Bereits am Samstag hatte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann die Aussagen Pantisanos kommentiert. „Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, disqualifiziert sich für jede politische Verantwortung“, erklärte er. Linnemann fügte hinzu: „Spätestens jetzt muss jedem klar sein, wie gefährlich diese Partei für unser Land und für unsere Demokratie ist.“ Damit schloss er sich der Kritik aus den eigenen Reihen an und warnte vor den Folgen einer solchen Rhetorik.
Pantisano wiederholt Aussage auf Parteitag
Erst am Samstag war Pantisano beim Parteitag der Linken in Potsdam zum neuen Co-Parteichef gewählt worden – mit einem äußerst knappen Ergebnis von rund 53 Prozent der abgegebenen Stimmen. Auch dort wiederholte er seine Aussage, die CDU mache „schon in Teilen faschistische Politik“. Pantisano folgt auf Jan van Aken, während Co-Parteichefin Ines Schwerdtner mit knapp 86 Prozent im Amt bestätigt wurde. Die Kontroverse um Pantisanos Wortwahl überschattet seinen Amtsantritt und wirft Fragen nach der zukünftigen Ausrichtung der Linken auf.



