Berliner Sudan-Konferenz mobilisiert internationale Hilfe für größte humanitäre Krise
Seit dem 15. April 2023 tobt im Sudan ein blutiger Bürgerkrieg, der von den Vereinten Nationen als die „größte humanitäre Krise der Welt“ bezeichnet wird. Ausgelöst wurde der Konflikt durch einen erbitterten Machtkampf zwischen der regulären Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz (Rapid Support Forces). Die Folgen sind verheerend: Mehr als 13 Millionen Menschen wurden vertrieben, viele flohen über die Grenzen in Nachbarländer. Rund die Hälfte der sudanesischen Bevölkerung leidet unter akutem Hunger, und die Zahl der Todesopfer geht vermutlich in die Hunderttausende.
Internationale Konferenz in Berlin bringt konkrete Ergebnisse
Am Mittwoch fand in Berlin die Internationale Sudan-Konferenz statt, bei der Vertreter der Bundesregierung und internationaler Organisationen über zusätzliche Hilfsmaßnahmen berieten. Ein Sprecher des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betonte gegenüber Medien: „Mit der Sudan-Konferenz will die Bundesregierung die Friedensbemühungen vorantreiben und neue, internationale Zusagen für Unterstützungsleistungen für Sudan und Nachbarstaaten mobilisieren.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wies bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Afrikanischen Union, Mahmoud Ali Youssouf (60), darauf hin, dass die Sudan-Krise „nicht sehr häufig im Blickwinkel unserer öffentlichen Wahrnehmung“ stehe. Dennoch zeigte die Konferenz konkrete Ergebnisse: Es wurden 1,35 Milliarden Euro neue Hilfsgelder für den Sudan zugesagt.
Deutschlands Beitrag und Reaktionen der Hilfsorganisationen
Deutschland hat seit Ausbruch des Krieges bereits 738 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Sudan und in den Nachbarländern bereitgestellt. Mathias Mogge (62), Generalsekretär der Welthungerhilfe, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Berliner Konferenz: „Das ist auf jeden Fall etwas, was die Menschen im Sudan, die unter diesem furchtbaren, grausamen Krieg leiden, gebrauchen können.“ Ob die Summe ausreichend sei, müsse sich noch zeigen, aber es handele sich um „ein wichtiges Signal der internationalen Gemeinschaft, dass man das Leiden im Sudan sieht.“
Flüchtlingszahlen und kritische Stimmen
Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen aus dem Sudan in Europa: von 4.283 im Jahr 2024 auf 14.208 im Jahr 2025. Für Deutschland bleibt die Situation bisher überschaubar: Das Bundesamt für Flüchtlinge und Migration meldete für das erste Quartal 2026 bislang 163 Asylerstanträge sudanesischer Staatsangehöriger. UNHCR warnt jedoch davor, dass fehlende Mittel viele Menschen dazu zwingen könnten, weiterzuziehen.
Kritik an der deutschen Politik kommt von der Linken. Vinzenz Glaser (33, Linke) wirft der Bundesregierung Doppelmoral vor: „Die Bundesregierung darf nicht länger wirtschaftliche Interessen über Menschenrechte stellen.“ Er fordert den sofortigen Stopp deutscher Waffenexporte in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die die Kriegsmiliz RSF mit Waffen und Finanzmitteln unterstützen und so den Konflikt befeuern. Deutschland unterstütze die VAE als Verbündeten, zahle aber gleichzeitig Milliarden für die Folgen des Krieges – eine perfide Situation, bei der wirtschaftliche Interessen und humanitäre Hilfe in Konflikt geraten.



