Bennett und Lapid schmieden Anti-Netanyahu-Allianz
Bennett und Lapid schmieden Anti-Netanyahu-Allianz

Die beiden früheren israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett und Yair Lapid bündeln ihre Kräfte, um Regierungschef Benjamin Netanyahu bei der nächsten Wahl abzulösen. Der rechtsgerichtete Politiker Bennett und der zentristische Oppositionsführer Lapid kündigten am Sonntag den Zusammenschluss ihrer Parteien Bennett 2026 und Jesch Atid an. Das neue Bündnis werde den Namen „Zusammen“ tragen und von Bennett geführt werden, teilte dessen Büro mit.

Ziel: Einigung des Lagers

Dieser Schritt solle den Block einen, interne Spaltungen beenden und alle Bemühungen auf den Sieg bei den entscheidenden Wahlen konzentrieren, erklärte Lapid. Damit solle Israel in die Zukunft geführt werden. Die Wahl soll bis Ende Oktober stattfinden. Ob die beiden auch mit dem bei vielen Zentrumswählern beliebten Ex-Generalstabschef Gadi Eisenkot zusammenarbeiten werden, ist noch offen.

Rückblick: Erfolg und Zerfall

Die beiden Politiker hatten Netanyahu nach der Wahl im Jahr 2021 aus dem Amt gedrängt und damit dessen zwölfjährige Regierungszeit beendet. Ihre damalige Koalition zerbrach jedoch nach 18 Monaten. Netanyahu feierte im November 2022 ein Comeback und bildete die am stärksten rechtsgerichtete Regierung in der Geschichte des Landes. Die Invasion der palästinensischen Terrororganisation Hamas auf den Süden Israels im Jahr 2023 hat den Ruf Netanyahus als Garant der Sicherheit jedoch beschädigt.

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Umfragen deuten auf Chancen hin

Frühere Umfragen deuten auf Siegeschancen für die neue Partei hin: In einer Erhebung des Senders N12 News vom 23. April kam der 54-jährige ehemalige Techunternehmer Bennett mit seiner bisherigen Partei auf 21 der 120 Sitze in der Knesset, während Netanyahus Likud 25 Mandate erreichte. Die Partei des 62-jährigen früheren Fernsehmoderators Lapid fiel auf sieben Sitze zurück. Ein von den beiden geführtes Bündnis käme zusammen mit kleineren Gruppierungen jedoch auf mindestens 60 Sitze, während Netanyahus Koalition aus rechten und religiösen Parteien 50 Mandate erreichen würde.

Korruptionsverfahren: Herzog für Einigung

Im Korruptionsverfahren gegen Netanyahu plädiert derweil Staatspräsident Isaac Herzog für eine außergerichtliche Einigung. Dies teilte ein Sprecher Herzogs als Reaktion auf einen Bericht der „New York Times“ mit, demzufolge der Präsident entschieden habe, Netanyahu derzeit keine Begnadigung zu gewähren und stattdessen eine Einigung anzustreben.

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