Bundesdrogenbeauftragter Hendrik Streeck (CDU) hat die Zahl der Drogentoten in Deutschland für das Jahr 2025 vorgestellt: 2150 Menschen starben an den Folgen des Konsums illegaler Substanzen. Das ist ein neuer trauriger Rekord. Streeck zeigte sich bei der Präsentation in einer Berliner Substitutionspraxis für Heroinabhängige tief betroffen: „Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden.“
Stetiger Anstieg der Todeszahlen
Bereits seit Jahren steigt die Zahl der Drogentoten kontinuierlich an. Während es 2020 noch 1581 Todesfälle waren, stieg die Zahl bis 2024 auf 2012 und erreichte nun im vergangenen Jahr mit 2150 einen neuen Höchststand. Streeck betonte, dass dieser Trend nicht einfach hingenommen werden dürfe. „Die Gesellschaft reagiert mit routinierter Betroffenheit, aber der Aufschrei bleibt aus“, kritisierte er.
Streeck warnt vor Kürzungen in der Suchthilfe
Der CDU-Politiker, der auch als Virologe bekannt ist, äußerte zudem die Befürchtung, dass die Suchthilfe in Deutschland von Kürzungen bedroht sei. „Wir brauchen mehr Prävention und niedrigschwellige Angebote, nicht weniger“, forderte er. Die Bundesregierung müsse die Finanzierung der Suchtberatungsstellen und Substitutionsbehandlungen langfristig sichern. Streeck verwies darauf, dass viele der Verstorbenen zuvor keinen Zugang zu Hilfsangeboten hatten.
Jüngere Menschen besonders betroffen
Besorgniserregend ist der Trend zu immer jüngeren Drogentoten. Laut Streeck sind die Opfer im Durchschnitt deutlich jünger als in den Vorjahren. „Das zeigt, dass wir in der Prävention bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen dringend nachbessern müssen“, so Streeck. Die Aufklärung über die Gefahren von Drogen müsse frühzeitig ansetzen und zielgruppengerecht gestaltet werden.
Forderungen nach einer neuen Drogenpolitik
Angesichts der Rekordzahlen fordern Suchtexperten und Oppositionspolitiker eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Drogenpolitik. Streeck selbst plädiert für einen stärkeren Fokus auf Schadensminderung und Entkriminalisierung. „Wir müssen weg von der reinen Repression hin zu einer Politik, die die Gesundheit der Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagte er. Die Vorstellung der Zahlen in einer Substitutionspraxis war bewusst gewählt, um auf die Bedeutung solcher Einrichtungen hinzuweisen.
Bundesregierung in der Pflicht
Streeck appellierte an die Bundesregierung, die Bekämpfung der Drogenkrise als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. „Es reicht nicht, einmal im Jahr die traurigen Zahlen zu präsentieren. Wir müssen handeln“, mahnte er. Konkrete Vorschläge legte der Drogenbeauftragte bislang nicht vor, kündigte aber an, noch in diesem Jahr ein Maßnahmenpaket vorzulegen. Die Oppositionsparteien im Bundestag haben bereits Nachbesserungen gefordert.



