Philippinische Armee tötet 19 Rebellen – darunter zwei US-Amerikaner
19 Rebellen getötet – darunter zwei US-Amerikaner

Bei Zusammenstößen mit philippinischen Truppen sind 19 mutmaßliche kommunistische Guerillakämpfer getötet worden, darunter zwei US-Amerikaner. Dies gab eine Spezialeinheit der philippinischen Armee am Samstag bekannt. Die Gefechte hatten am vergangenen Sonntag in der zentralphilippinischen Provinz Negros Occidental stattgefunden.

Hintergrund der Kämpfe

Die US-Amerikaner waren demnach zusammen mit 17 weiteren mutmaßlichen Kämpfern der New People's Army (NPA) bei einer Reihe von Zusammenstößen mit Armee-Einheiten am 19. April in der Küstenstadt Toboso getötet worden. Die Spezialeinheit warnte US-Amerikaner philippinischer Herkunft in den Vereinigten Staaten davor, sich von linken Aktivistengruppen dazu verleiten zu lassen, sich den Aufständischen anzuschließen oder diese zu unterstützen. Sie bezeichnete diesen Rekrutierungsprozess als „Terror-Grooming“. Die Philippinen waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine US-Kolonie.

Kritik von Menschenrechtsgruppen

Menschenrechtsgruppen forderten eine unabhängige Untersuchung der Zusammenstöße. Sie erklärten, dass Zivilisten getötet worden seien, darunter ein Studierendenführer der staatlichen University of the Philippines, zwei lokale Verfechter der Bauernrechte und ein Journalist, der seine Unterstützung für verarmte Dorfbewohner habe bekunden wollen. „Wir fordern die internationale Gemeinschaft auf, diesen Fall genau zu beobachten, da es sich nicht um einen Einzelfall handelt, sondern um Teil eines anhaltenden Musters von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht in den ländlichen Gebieten der Philippinen“, teilte die Menschenrechtsgruppe National Union of People’s Lawyers mit.

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Identifizierung der Toten

Ein führender Vertreter der philippinischen Spezialeinheit sagte, alle 19 Getöteten seien identifiziert und ihre sterblichen Überreste den Familien übergeben worden. „Diese Fakten deuten auf eine beunruhigende Konstellation hin: Ausländische Staatsangehörige in einer realen Kampfsituation, in der die Risiken unmittelbar und die Folgen irreversibel sind“, sagte er. Die beiden US-Amerikaner seien im März auf den Philippinen eingetroffen und „sollen anschließend nach Negros Occidental gereist sein, wo sie am 19. April getötet wurden.“

Ablauf der Gefechte

Laut philippinischen Militärvertretern kam es zu dem Zusammenstoß, als Armee-Einheiten Hinweisen von Dorfbewohnern auf die Anwesenheit mutmaßlicher Rebellen nachgingen. Dabei wurde ein Rebellenkommandant getötet, auf den ein Kopfgeld von einer Million Pesos (umgerechnet 16.600 Dollar) ausgesetzt war. Ein Soldat wurde bei den Kämpfen verwundet. Am Ort der Zusammenstöße beschlagnahmte die Spezialeinheit nach eigenen Angaben 24 Schusswaffen und nahm eine nicht näher bezifferte Anzahl flüchtender Guerillakämpfer gefangen.

Die New People's Army

Die USA und die EU stufen die New People's Army ebenso als terroristische Organisation ein wie die Philippinen. Auf ihrem Höhepunkt vor Jahrzehnten zählte die Rebellengruppe schätzungsweise 25.000 Kämpfer, die einen der längsten kommunistischen Aufstände Asiens führten. Durch verlorene Schlachten, Spaltungen und sich ergebende Kämpfer besteht die Gruppe laut Sicherheitsbeamten nur noch aus weniger als 900 Rebellen.

Der Konflikt zwischen philippinischer Regierung und kommunistischen Rebellen gehört zu den ältesten auf dem asiatischen Kontinent. Der bewaffnete Arm der Kommunistischen Partei hatte 1969 einen maoistisch beeinflussten Aufstand gegen die Regierung in Manila begonnen. Schätzungen zufolge wurden in dem Konflikt bislang mehr als 30.000 Menschen getötet. Von Norwegen vermittelte Friedensgespräche scheiterten 2017 unter dem früheren philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, nachdem beide Seiten einander vorgeworfen hatten, trotz der Verhandlungen weiterhin tödliche Angriffe zu verüben.

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