Der Begriff „Remigration“ ist in der AfD zum Standardvokabular geworden – ein Kampfbegriff, der ursprünglich von Rechtsextremisten wie Martin Sellner geprägt wurde. Ein SPIEGEL-TV-Film von Malin Brüggemann zeigt, wie die Partei diesen Begriff auf Parteitagen und in Hinterzimmerrunden nutzt, um ihre Abschiebe-Fantasien zu untermauern. Der Film beleuchtet die Ideologie hinter dem Begriff und die Vernetzung mit extrem rechten Kreisen.
Ursprung und Verbreitung des Begriffs
Der österreichische Rechtsextremist Martin Sellner machte „Remigration“ populär. Ursprünglich ein akademischer Begriff für die Rückkehr von Migranten in ihre Heimatländer, wurde er von der Neuen Rechten umgedeutet. Heute dient er als Codewort für die Forderung nach massenhaften Abschiebungen, auch von deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund. Die AfD hat diesen Begriff in ihre offizielle Rhetorik übernommen, wie der Film dokumentiert.
Parteitage und Hinterzimmerrunden
Der SPIEGEL-TV-Film zeigt Aufnahmen von AfD-Parteitagen, auf denen Redner offen von „Remigration“ sprechen. In kleineren Runden, etwa bei Burschenschaften oder in rechten Netzwerken, wird die Ideologie noch deutlicher. Ein Beispiel ist die Burschenschaft in Rheinland-Pfalz, die als Kaderschmiede für die AfD dient. Hier wird laut Film ein völkisches und rückwärtsgewandtes Weltbild gepflegt, das mit den Abschiebe-Fantasien der Partei korrespondiert.
Verbindungen zu extrem rechten Netzwerken
Der Film zeigt auch die enge Verflechtung der AfD mit Neonazis und anderen extrem rechten Gruppen. So wird etwa das Netzwerk um Götz Kubitschek, den „Paten der Neuen Rechten“, thematisiert. Kubitschek gilt als Ideengeber für die AfD und propagiert ebenfalls das Konzept der Remigration. Ein weiterer Fokus liegt auf der Jungen Alternative, dem AfD-Nachwuchs, der selbst für extrem Rechte zu radikal gilt.
Konkrete Abschiebe-Fantasien
Laut dem Film fordern AfD-Politiker nicht nur die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern, sondern auch von Menschen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Dies betrifft vor allem Menschen mit türkischem, arabischem oder afrikanischem Hintergrund. Die Umsetzung dieser Forderungen würde gegen Grundrechte und internationales Recht verstoßen, wie Experten im Film betonen.
Gesellschaftliche Auswirkungen
Der Film zeigt auch die Folgen dieser Rhetorik: Alltägliche Hetze und Drohungen gegen Menschen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren. Betroffene berichten von Einschüchterungen und Angriffen. Die Normalisierung des Begriffs „Remigration“ trägt laut Film zu einer Verschiebung des gesellschaftlichen Diskurses nach rechts bei.
Der SPIEGEL-TV-Film von Malin Brüggemann ist Teil einer Reihe, die die Radikalisierung der AfD und ihres Umfelds dokumentiert. Weitere Filme beschäftigen sich mit der AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“, der Bröckelnden Brandmauer zur CDU oder den Verbindungen der AfD zu Russland und China.



