Bei Temperaturen um 40 Grad kann das körpereigene Kühlsystem überlastet werden. Die Folgen sind Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schwindel. Für Kinder, Vorerkrankte und ältere Menschen kann dies besonders gefährlich werden – sogar tödlich. Doch es gibt wirksame Methoden, den Körper zu unterstützen: Das Kühlen bestimmter Körperstellen ist besonders effektiv.
Wie der Körper bei Hitze arbeitet
Der menschliche Körper fühlt sich bei einer Kerntemperatur von etwa 37 Grad am wohlsten. Bei Außentemperaturen von 20 bis 27 Grad verbraucht er am wenigsten Energie, um diese Temperatur zu halten. Steigt das Thermometer jedoch über 30 Grad, muss der Körper Schwerstarbeit leisten: Blutgefäße weiten sich, um mehr Wärme abzugeben. Gleichzeitig pumpt der Körper Wasser aus dem Blut, das über die Schweißdrüsen abgegeben wird. Der Schweiß verdunstet auf der Haut und kühlt den Körper.
Durch die Gefäßerweiterung sinkt der Blutdruck, das Herz muss schneller pumpen. Wird das Gehirn mit zu wenig Sauerstoff versorgt, droht ein Hitzekollaps. Daher ist es wichtig, den Körper aktiv zu kühlen.
Effektive Kühlung: Diese vier Stellen sind entscheidend
Martin Holzhause von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) erklärt: „Kühlen mit Wasser ist allgemein sehr effektiv, weil über die Verdunstung Wärme abgegeben werden kann.“ Es funktioniert auf der Haut wie Schweiß. Deshalb hilft es auch, sich nach einer Dusche nicht komplett abzutrocknen. Holzhause empfiehlt, ein nasses Tuch oder einen Kühl-Akku auf folgende vier Stellen zu legen:
- Handgelenke: Die Haut ist hier besonders dünn, sodass die darunter liegenden Blutgefäße schnell gekühlt werden. Das kältere Blut gelangt direkt in den Blutkreislauf.
- Beine und Füße: Durch den Kühleffekt ziehen sich die bei Hitze belasteten Beinvenen zusammen. Ein Fußbad sorgt für einen langanhaltenden Effekt.
- Stirn: Hier befinden sich besonders viele Schweißdrüsen. Ein kühler Kopf wirkt sich direkt auf den gesamten Körper aus.
- Nacken: Die Kälte zieht von hier bis in den Schädel. Da das Gehirn empfindlich auf Hitze reagiert, ist die Kühlung des Nackens wichtig, um einen Hitzschlag zu vermeiden. Alternativ kann kühles Wasser über Kopf und Nacken laufen gelassen werden.
Weitere Tipps bei Hitzebeschwerden
Bei Kopfschmerzen und Schwindel hilft es, zwei bis drei Liter pro Tag zu trinken, geruchsneutrale Deos zu verwenden und starke Temperaturwechsel zu meiden. Gegen Muskelkrämpfe gleicht man den Elektrolytmangel durch gewürztes Essen wie Suppe aus. Bei Schlafstörungen helfen heruntergelassene Rollos, leichte Bettdecken, Kühl-Akkus oder eine mit Eiswasser gefüllte Wärmflasche im Bett. Auch ein für zwei Stunden in den Kühlschrank gelegter Schlafanzug kann Linderung verschaffen. Geschwollene Hände und Füße lassen sich durch Öffnen und Schließen der Hände, Hochlegen und Kreisen der Füße sowie Kühlen mit Wasser behandeln.



