Ein kurzer Einkauf bei warmem Wetter, der Hund bleibt im Auto zurück – für viele Halter scheint dies harmlos. Doch bereits an Sommertagen mit gemäßigten Temperaturen kann das parkende Fahrzeug binnen Minuten zur tödlichen Falle werden. Ein gekipptes Fenster reicht nicht aus, um die Hitzebelastung zu senken. Für den Hund zählt dann jede Minute.
Ab 20 Grad wird es gefährlich
Bereits bei einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius heizt sich ein Auto in kurzer Zeit stark auf. Nach 30 Minuten steigt die Temperatur im Innenraum auf etwa 36 Grad. Dann schafft es der Hund oft nicht mehr, sich selbst zu kühlen. Der Grund: Hunde besitzen nur wenige Schweißdrüsen und regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln. Wird es zu heiß, drohen schwere Organschäden, Herzstillstand und im schlimmsten Fall der Tod.
Noch dramatischer wird es bei höheren Außentemperaturen. Liegen draußen 28 Grad an, herrschen im Auto nach zehn Minuten bereits 35 Grad. Nach 30 Minuten sind es etwa 44 Grad, nach einer Stunde rund 46 Grad – lebensgefährliche Bedingungen.
Warnzeichen eines Hitzschlags erkennen
Ein Hund mit Hitzschlag zeigt oft deutliche Symptome. Dazu gehören starkes Hecheln, vermehrter Speichelfluss, eine weit herausgestreckte Zunge und ein gestreckter Hals. Weitere Warnsignale sind Teilnahmslosigkeit, Taumeln, Erbrechen, Durchfall, Herzrasen, Krampfanfälle, Gleichgewichtsstörungen, gerötete Schleimhäute und Zunge sowie eine erhöhte Körpertemperatur. Auch Unruhe, Panik oder ein Zusammenbruch können auftreten.
Richtiges Handeln im Notfall
Entdecken Sie einen Hund in einem parkenden Auto, versuchen Sie zunächst, möglichst schnell den Halter ausfindig zu machen. Bitten Sie im Supermarkt um eine Lautsprecherdurchsage oder holen Sie Passanten zu Hilfe. Zeigt der Hund bereits Anzeichen eines Hitzschlags oder ist der Halter nicht auffindbar, rufen Sie sofort die Polizei unter 110 oder die Feuerwehr unter 112. Die Einsatzkräfte sind verpflichtet, den Hund zu befreien.
Wann Sie selbst die Scheibe einschlagen dürfen
Das Einschlagen einer Autoscheibe kann in Ausnahmefällen gerechtfertigt sein. Das gilt nur, wenn der Hund in akuter Lebensgefahr ist und Hilfe nicht rechtzeitig kommt. Sichern Sie sich möglichst ab, indem Sie Zeugen hinzuziehen und den Vorfall mit Fotos oder Videos dokumentieren. Das kann später wichtig sein.
Wer seinen Hund bei Hitze im Auto zurücklässt, muss außerdem mit rechtlichen Folgen rechnen. Nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes ist das strafbar. Stirbt das Tier an den Folgen der Hitze, drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder ein Bußgeld wegen Tierquälerei.
Erste Hilfe nach der Rettung
Nach der Rettung muss der Hund sofort in den Schatten gebracht werden. Bieten Sie ihm Wasser an, das nicht eiskalt ist. Auch zum Kühlen sollten Sie handwarmes oder leicht kühles Wasser verwenden und den Körper vorsichtig befeuchten. Ist der Hund bewusstlos, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage auf die rechte Seite. Strecken Sie den Kopf nach vorne. Ziehen Sie vorsorglich die Zunge heraus, damit die Atemwege frei bleiben. Decken Sie das Tier mit nassen Tüchern ab und verständigen Sie umgehend einen Tierarzt oder die Tierrettung.



